Arzt Dr. Steven R. Gundry warnt im Buch vor 'bösem Gemüse': Sind Tomaten und Kartoffeln wirklich ungesund?

Mr Pata Potato and his wife
Lange Zeit dachten wir, Gemüse wäre super für uns. Nun sollen wir Tomaten und Kartoffeln streichen? © Getty Images, ilbusca

Dr. Steven R. Gundry ist sich sicher: Bestimmtes Gemüse macht krank und dick

Erst fünf Mal am Tag, dann besser sieben Hände voll – so oder so sind sich Experten einig, dass Gemüse und Obst jeden Tag auf unsere Teller gehören. Nun warnt aber der Herzchirurg Dr. Steven R. Gundry davor. In seinem Buch 'Böses Gemüse' macht der US-Amerikaner diese Nahrungsmittel dafür verantwortlich, dass wir krank und dick werden. Schuld daran seien sogenannte Lektine – er nennt sie "die versteckte Gefahr im Essen". Doch wie gefährlich sind sie wirklich und müssen wir nun auf Kartoffeln, Tomaten und Co. verzichten?

Lektine - die versteckte Gefahr im Essen?

Lektine sind eine Art natürliches Pestizid, das Pflanzen benutzen, um sich gegen Fressfeinde zu wehren. Auch für Menschen können Lektine giftig sein, etwa die in rohen Bohnen. Das ist auch der Grund, warum wir sie nur gekocht essen sollten.

Doch Dr. Gundry geht noch einen Schritt weiter und macht Lektine auch für Herzbeschwerden, Magen-Darm-Probleme, Dauermüdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und sogar für Übergewicht verantwortlich. Er selbst kam Lektinen auf die Schliche, als er trotz Sport und ausgewogener Ernährung nicht abnahm. Erst nachdem er die Ernährung umgestellt hat, purzelten die Pfunde. Auch seinen Patienten konnte er seitdem damit helfen.

Vor diesem lektinreichen Gemüse warnt Dr. Gundry

  • Kartoffeln
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Tomaten
  • Zucchini
  • Auberginen
  • Gurken
  • Kürbisse
  • Melonen
  • Paprika

Dr. Gundrys Liste erwünschter Lebensmittel

  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Rosenkohl
  • Grünkohl
  • Kohlrabi
  • Rucola
  • Karotten
  • Spargel
  • Zwiebeln
  • Artischocken
  • Frühlingszwiebeln

Wie gefährlich sind Lektine wirklich?

Einige Inhaltstoffe in Gemüse können tatsächlich gefährlich werden. So ist 2015 ein Mann gestorben, nachdem er eine Garten-Zucchini gegessen hat. Das selbstgezogene Gemüse enthielt vermutlich Cucurbitacin – ein Gift, der bitter schmeckt. Obwohl auch die Zucchini furchtbar bitter waren, hat der Mann sie trotzdem gegessen. Bei Zucchini oder Gurken, die bitter schmecken, ist daher immer Vorsicht geboten. Denn diese giftige Substanz geht auch beim Kochen nicht kaputt.

Welche Gemüsesorten noch Cucurbitacin enthalten, erfahren Sie in folgendem Video: 

Diese Gemüsesorten enthalten Cucurbitacin
Diese Gemüsesorten enthalten Cucurbitacin Video-Tipp 00:48

Doch wir können Lektinen aus dem Weg gehen, ohne auf Gemüse verzichten zu müssen. Da sie zu Proteinen gehören, können sie ihre gefährliche Wirkung verlieren, indem wir sie lange genug abkochen. Bei den Kartoffeln können wir uns vor dem giftigen Stoff Solanin schützen, indem wir grüne und gekeimte Stellen großzügig ausschneiden. Bei den Tomaten ist es ratsam, den Struck großzügig wegzuschneiden.

Zwar bleibt manchmal ein Rest unerwünschter Stoffe erhalten. Doch ernsthafte gesundheitliche Schäden braucht nur der zu befürchten, der sich extrem einseitig ernährt. Auf Tomatensalat mit Bratkartoffeln muss dagegen niemand verzichten. Es sei denn, er mag das nicht oder ihm geht es ohne wirklich besser. 

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