Aromastoffe: Keine Spur von Vanille im Vanille-Tee

Aromastoffe: Keine Spur von Vanille im Vanille-Tee
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Wenn Sie ein Fläschchen Actimel Vanille von Danone trinken, würden Sie damit rechnen, dass sich nicht eine Spur echte Vanille in diesem Getränk befindet? Nein? Leider ist es aber wahr. Anstelle von einer Vanilleschote sind künstliche Aromastoffe verwendet worden. Festgestellt hat das die Verbraucherzentrale Hamburg. Sie veröffentlichte nun eine Liste mit 30 abgebildeten und bewerteten Produkten. Diese können Sie auf einen Blick einsehen unter dem Link Aromastofftabelle als Download.

Die Hersteller sparen an den Rezepturen, indem sie auf Bananen, Pistazien oder Fleisch verzichten und stattdessen Aromastoffe einsetzen. Davon sind in der EU rund 2.700 erlaubt. Es gibt keine Geschmacksrichtung, die es nicht gibt. Mit einem Gramm Aroma kann ein Kilogramm eines Lebensmittels mit Kunstgeschmack versehen werden. Der Vorteil für die Anbieter: Chemische Lebensmittelzutaten kosten nur wenige Cent, echte Vanille oder Nüsse wären erheblich teurer.

Den Nachteil haben die Verbraucher. Wertvolle Inhaltstoffe findet man bei immer mehr Produkten nur noch auf Appetit anregenden Abbildungen auf dem Etikett - die Konsumenten werden getäuscht. Kaum ein Verbraucher weiß, was er wirklich isst. Denn das versteckt sich im Kleingedruckten auf der Zutatenliste. Und auch dort lauert Verschleierung.

So müssen selbst in einem Vanillejoghurt mit dem Hinweis 'Natürliches Aroma' noch längst keine Vanilleschote stecken. Den Begriff 'natürlich' hat der Gesetzgeber sehr anbieterfreundlich und viel zu weit gefasst. 'Natürliche Aromen' müssen demnach nicht zwangsläufig aus dem Namen gebenden Rohstoff stammen. Voraussetzung ist nur, dass die Grundstoffe im weitesten Sinne aus der Natur stammen - es kann auch Baumrinde sein.

Baumrinde im Joghurt?

Bei der Herstellung von Aromen kommen außerdem chemische Lösungs- und Extraktionsmittel zum Einsatz, die in geringen Mengen häufig noch im Endprodukt nachweisbar sind. Zudem sind heute viele der Hefen, Pilze oder Bakterien, die die Herstellung zahlreicher Aromen oder deren Hilfs- und Zusatzstoffe erste möglich machen, gentechnisch verändert.

Aromen können überdies Übergewicht fördern, weil der Kunstgeschmack dazu verleitet, mehr zu essen und sich an die unnatürlichen, häufig überaromatisierten Lebensmittel zu gewöhnen. So manches Kind erteilt selbst hergestellten Quark mit Erdbeeren eine Absage, weil es sich an den Standartaromageschmack gewöhnt hat. Die Vielfältigen Geschmackserlebnisse, die natur belassene Nahrungsmittel bieten, werden verlernt und durch künstliche ersetzt- eine bedenkliche Entwicklung.

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