Wie gesund ist Kaffee wirklich?

Kaffee beugt Diabetes, Krebs und Demenz vor
Kaffee beugt Diabetes, Krebs und Demenz vor Drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag optimal 00:03:22
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Das ist gut am Kaffee

Kaffee ist das beliebteste Heißgetränk in Deutschland. Nicht zuletzt wegen seiner anregenden Wirkung und seines unvergleichlichen Röstaromas. Immer wieder stellt sich die Frage nach dem Gesundheitswert des aromatischen Getränks. Ist Kaffee nun gesund oder ungesund? Erhöht er den Blutdruck? Und ist das Glas Wasser zum Espresso wirklich nötig?

Wie gesund ist Kaffee wirklich?
Kaffee: Beliebt und gar nicht so ungesund, wie man denkt © Rob Stark - Fotolia, Rob Stark

Gesundheitsexperte Marcus Lauk kann alle Kaffee-Liebhaber beruhigen: "Drei bis vier Tassen Kaffee täglich sind laut der 'Deutschen Gesellschaft für Ernährung' definitiv nicht gesundheitsschädlich." Um wirklich fatale Folgen für die Gesundheit hervorzurufen, müsste man bis zu 100 Tassen am Tag trinken. Nach oben hin gibt es also praktisch keine Grenze.

Vorteile:

- In kleinen Mengen hat Kaffee eine anregende Wirkung auf Herz und Kreislauf und ist deswegen bei Morgenmuffeln sehr beliebt.

- Wer regelmäßig Kaffee trinkt, hat ein geringes Risiko an Diabetes, Hautkrebs und Alzheimer zu erkranken. Diese Wirkung ist unabhängig von Koffeingehalt und gilt daher auch für koffeinfreien Kaffee.

- Bei maßvollem Kaffeegenuss kann das Risiko, an Parkinson sowie an Gallensteinen zu erkranken, vermindert werden.

- Auch sinkt bei Kaffeeliebhabern das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

- Die im Kaffee enthaltenen Stoffe töten Karies verursachende Bakterien ab. Somit verhindern Sie die Bildung von Plaque und die Entstehung von Löchern. Das gilt aber nur, wenn man den Kaffee ohne Zucker trinkt.

- Kaffee erhöht zwar kurzfristig den Blutdruck. Auf Dauer wirkt er aber umgekehrt: Eine Tasse am Tag senkt den Blutdruck um 9 mmHg, so die Forscher der Schweizen Universität Lausanne. Für Raucher gilt dieser Zusammenhang jedoch nicht. 

Ist Kaffee ein Flüssigkeitsräuber?

Nachteile:

- In hohen Dosen kann Kaffee bei empfindlichen Menschen zu Zittrigkeit, Unruhe Herzklopfen, Schwindelgefühl und Angstzuständen führen.

- Menschen mit empfindlichem Magen können von Kaffee Bauchschmerzen bekommen. Das liegt nicht am Koffein, sondern an den im Kaffee enthaltenen Gerbsäuren. Sie stimulieren die Produktion von Magensäure, die den Magen reizen kann. Es bringt daher nichts, bei Magenproblemen auf koffeinfreien Kaffee umzusteigen. Besser ist milder Kaffee mit wenigen Gerbsäuren.

- Die Gerbsäuren und die im Kaffee enthaltenen Röststoffe stimulieren außerdem die Darmmuskeln, weshalb Kaffee leicht abführend wirkt.

- Entzug von Kaffee kann bei anfälligen Menschen Migräneanfälle auslösen. Süchtig machen kann Kaffee nicht - aber Koffein führt zu einer Ausschüttung von Dopamin, einem Hormon, das die Leistungsbereitschaft steigert. Das kann einem Menschen, der morgens auf seinen gewohnten Kaffee verzichten muss, natürlich sehr fehlen.

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, braucht entgegen weitverbreiteter Meinung kein Flüssigkeitsdefizit zu befürchten. Koffein hat zwar eine harntreibende Wirkung, beim Genuss von bis zu vier Tassen kann der Körper diesen Flüssigkeitsverlust jedoch ausgleichen. Das Wasser zum Kaffee ist also nicht nötig, kann aber auch nicht schaden.

Erhöht Kaffee das Cholesterin im Blut?

Ja und Nein. Der Stoff, der für die steigernde Wirkung zuständig ist, wird vom Filterpapier zurückgehalten. Filterkaffee ist also in dieser Hinsicht unbedenklich. Gekochter ungefilterter Kaffee kann den Cholesterin-Spiegel jedoch erhöhen.

Steigt der Blutdruck nach Kaffeegenuss?

Nur bei Menschen, die selten Kaffee trinken. Hier kann der Blutdruck nach einer Tasse Kaffee für ein bis drei Stunden ansteigen. Bei regelmäßigem Kaffeegenuss ist diese Wirkung nicht mehr gegeben.