Weinkunde: Passende Weinsorten und Trinktemperatur beim Wein wählen

Wie gut sind Wein und Sekt aus dem Discounter?
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Weinkunde: Tipps für Temperatur und Weinsorten

Weißweine werden häufig zu kalt, Rotweine zu warm getrunken. Wer einen Weißwein öffnet, sollte allerdings bedenken, dass dieses Getränk auch schon vor Erfindung des Kühlschranks genossen wurde. Je besser ein Weißwein, desto mehr Aromen werden durch starkes Kühlen schlicht unterdrückt.

Lagern Sie Weißen also maximal bei 8 Grad und lassen Sie ihn dann am Tisch ruhig bis 12 Grad warm werden. Nur bei Schaumweinen gilt traditionell: Trinken Sie ihn eiskalt. Die Temperatur sollte also zwischen 6 und 8 Grad liegen. Bei dieser Temperatur funktioniert das Zusammenspiel aus Perlen, Säure und Frucht am besten. Die Regel, Rotweine bei Zimmertemperatur zu trinken, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Damals hieß das rund 18 Grad. Heute finden viele Menschen all jene Rotweine zu kalt, die die 25 Grad-Grenze unterschreiten.

Feine Fruchtaromen werden bei solchen Temperaturen allerdings vom Alkohol und den beliebten Fassaromen Vanille, Schokolade und Kaffee überlagert. Beginnen Sie bei Rotweinen kühl - legen Sie ihn vor dem Trinken gerne 30 Minuten in den Kühlschrank. Wärmer wird der Wein im Glas ohnehin.

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Weinkunde: Welche Weinsorten passen zum Essen?

Welcher Wein passt zu welchem Essen? Die einfachste Antwort hierauf lautet: Ein guter Wein passt zu jedem Essen. Zugegeben, das ist vielleicht etwas zu einfach. Aber eine Wissenschaft ist die Weinauswahl - entgegen anders lautenden Meinungen - auch nicht.

Mit ein paar Regeln kommt man ganz gut hin. Wein und Essen sollten ungefähr gleich intensiv sein. Ein mächtiger Roter haut jeden zarten Fisch zurück in die Pfanne. Und zu einem Lammbraten in Kräuterkruste schmeckt ein leichter Weißwein wie Wasser. Aus der gleichen Überlegung wurde einst die "Farbenlehre" entworfen, sprich Weißer Wein zu hellem Essen, roter Wein zu dunklem. Falsch liegt man damit meist nicht, außer bei kräftigen Weißen bzw. leichten Rotweinen.

Es gibt Weine zum Meditieren und Solotrinken - säurearm, weich, dunkelfruchtig - und es gibt Weine zum Essen. Die haben beispielsweise eine lebendige Säure oder kräftige Gerbstoffe, die sich gut mit einem Essen ergänzen. Grob lässt sich Geschmack in fünf Grundarten unterteilen: süß, salzig, sauer, bitter und scharf. Einige dieser Grundarten ergänzen sich. Und einige gehen überhaupt nicht zusammen.

Süße/Würze und Bitterkeit: Zu Wild in Preißelbeersauce passen gerbstoffreiche Rotweine, z.B. aus Bordeaux oder Südfrankreich.
Säure und Fett: ein zickiger roter Chianti schmeckt zu Salami unwiderstehlich, ein frischer Riesling bringt Leben in jede Sahnesauce.
Süße und Schärfe: Halbtrockene Weißweine verstehen sich ausnehmend gut mit scharfer asiatischer Küche.
Röstung und Barrique: Zu scharf angebratenen oder gegrilltem Fleisch passen Barrique-Weine fantastisch, denn beide haben süßliche Karamell-Aromen.
Mineralität und Salz: Schlanke, mineralische Weißweine adeln jeden Meeresfisch, ja sogar Matjes.
Süße und Salz: Nichts geht über einen süßen Riesling zu würzig-salzigem Käse.

Vermeiden Sie in jedem Fall:
Säure und Schärfe: Ein trockener Riesling macht asiatisches Essen höllisch scharf und ätzend sauer.
Säure und Bitterkeit: Ein Sauvignon Blanc zu Artischocken wirkt sehr metallisch und unangenehm bitter. Ähnlich heftige Reaktionen löst ein gerbstoffreichen Rotwein zu Zitronenhuhn aus.
Säure und Säure: Ein Grüner Veltliner zu Salat mit Zitronenessig übersäuert das Geschmacksempfinden nachhaltig.

Doch: Grau ist alle Theorie. Also ran an den Speck. Beim Genießen kann man gar nichts falsch machen. Es sei denn, man lässt es bleiben.

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