Was ist vegan: So funktioniert rein pflanzliche Ernährung

Knapp eine Million Deutsche leben mittlerweile vegan. Und die Zahl der Verfechter steigt von Jahr zu Jahr. Das sieht man sowohl an der wachsenden Anzahl an veganen Kochbüchern auf dem Buchmarkt als auch an den veganen Restaurants und Imbissen, die man mittlerweile in fast allen großen Städten findet.

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Doch was genau ist vegan: Wie unterscheiden sich Veganer von Vegetariern? Im Gegensatz zu Vegetariern, die keine Tiere – also kein Fleisch und Fisch – essen, verzichten Veganer auf alle tierischen Lebensmittel. Neben Fleisch und Fisch sind in der veganen Ernährung auch Eier, Milchprodukte und Honig tabu. Doch Veganismus beschränkt sich oft nicht nur auf die Ernährung. Viele Veganer verzichten außerdem auf Kleidung, Schuhe und Taschen aus Leder, Seide, Wolle und Fell. Auch Kosmetik, die tierische Zutaten enthält oder an Tieren getestet wurde, wird von vielen Veganern abgelehnt.

Warum leben so viele Menschen vegan?
Laut einer Untersuchung der Universität Hamburg sind die typischen Veganer Frauen, die durchschnittlich 31 Jahre alt sind. Der berühmteste deutsche Veganer ist jedoch ein Mann: Attila Hildmann – Fitnessmodel und Kochbuchautor – verkauft seit Jahren erfolgreich zahlreiche vegane Kochbücher und ist für viele Veganer ein großer Vorbild.

Die Gründe für Veganismus sind vielfältig. Die meisten Menschen, die vegan leben, machen es aus ethischen und moralischen Gründen. Sie wollen nicht, dass die Tiere unter unwürdigen Bedingungen gehalten, gequält und getötet werden. Auch der Klimaschutz spielt eine Rolle: So wird im Vergleich zum Anbau von Gemüse und Kartoffeln bei der Tierzucht das Zehnfache an umweltschädlichen Treibgasen produziert. Weitere Gründe für pflanzliche Ernährung sind vegan lebende Freunde, Lebensmittelskandale rund um Fleisch (BSE, Antibiotika, Hormone), Käse (Listerien) und Eier (Salmonellen, Massentierhaltung) sowie Vorteile für die Gesundheit.

Leben Veganer gesünder?
Vegane Ernährung ist nicht nur gut für Tier und Umwelt sondern auch sehr gesund. Gemüse, Obst, Getreide und Nüsse enthalten viele Ballaststoffe, Vitamine, gute Fette und sekundäre Pflanzenstoffe, dafür aber kein Cholesterin und nur wenig ungesunde Fettsäuren. Da Pflanzenkost in der Regel wenig Kalorien liefert, durch die Ballaststoffe aber gut und lange sättigt, sind Veganer seltener übergewichtig. Sie erkranken auch nicht so oft an Diabetes mellitus und Gicht. Auch haben sie weniger häufig erhöhte Cholesterinwerte und Blutdruck und leiden daher seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Veganer profitieren also von den gesunden pflanzlichen Inhaltstoffen und von der Abwesenheit der ungesunden tierischen Bestandteile. Doch durch das Weglassen von Fleisch, Fisch, Milch und Eier können auch wichtige Nährstoffe fehlen. Kritisch kann es werden mit Eiweiß, Vitamin B12, Calcium, Eisen, Jod und Omega-3-Fettsäuren. Mit passenden Alternativen lässt sich ein Mangel aber vermeiden. Eine gute Alternative zu tierischem Eiweiß ist die Kombination aus Getreide und Hülsenfrüchten. Die Eisen-Versorgung lässt sich verbessern, indem man Getreide und Hülsenfrüchte mit Gemüse oder Obst kombiniert. Für genügend Jod sollten Veganer unbedingt Jodsalz verwenden. Omega-3-Fettsäuren kommen in Lein-, Walnuss- und Rapsöl vor. Außerdem werden manche Lebensmittel wie Margarine oder Brot mit omega-3-Fetten angereichert. Vitamin B 12 kommt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Daher wird Veganern empfohlen, angereicherte Lebensmittel oder Vitamin B 12 aus Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen. Zu wichtigen pflanzlichen Calciumquellen gehören grünes Gemüse, Mandeln, Haselnüsse, Sesam, Vollkornbrot, Haferflocken und Oliven. Bei den Getränken sind es kalziumreiche Mineralwässer (ab 150 mg Kalzium pro Liter) und mit Calcium angereicherte Obstsäfte.

Wer sich daran hält, kann von einer veganen Ernährung nur profitieren.

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