Versteckte Preiserhöhungen: Das sind die Tricks der Hersteller

Allen Sonderangeboten, Preisoffensiven und Tiefpreisgarantien zum Trotz - haben Sie auch das Gefühl, dass Lebensmittel und Drogerie-Artikel immer teurer werden? Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg beweist, dass Sie mit Ihrer Vermutung richtig liegen. Denn beim Einkauf im Supermarkt werden wir ganz schön hinters Licht geführt - mit Mogelpackungen, Qualitätseinbußen und vielen weiteren Tricks.

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Seit dem Jahr 2009 gibt es keine einheitlichen Packungsgrößen mehr, an die sich Hersteller halten müssen. Mit anderen Worten: Eine Tafel Schokolade muss nicht mehr 100 Gramm schwer sein, sondern darf auch 90 Gramm oder 150 Gramm wiegen. Das Gleiche gilt beispielsweise für Brotaufstrich, Getränke oder auch Spülmittel.

Das Hinterlistige daran: Die meisten Hersteller verkaufen die kleineren Packungen oder geringeren Mengen zum gleichen Preis wie vorher. Damit wird uns vorgegaukelt, am Preis habe sich nichts getan. Tatsächlich aber bekommen wir weniger für unser Geld. Aber das ist nicht die einzige Augenwischerei. So erkennen Sie den Etikettenschwindel.

Die zehn beliebtesten Hersteller-Tricks

1. Der Portionstrick
Was auf den ersten Blick geordneter und auch hochwertiger aussieht, ist beim genaueren Hinsehen nicht mehr als Augenwischerei: So sind einige Hersteller dazu übergegangen, Kaffee- oder Capuccino-Pulver statt in Dosen in einzeln verpackten Beuteln anzubieten. Während die Gesamtmenge sinkt, bleibt der Preis gleich.

2. Der Mengentrick
Die Stückzahl bleibt konstant, aber das Gewicht schrumpft - bei gleichem Preis. Das ist ein Trick, der besonders gut bei Käse und Wurst funktioniert. So enthält die Käsepackung einiger Hersteller zwar nach wie vor 8 oder neun Scheiben, allerdings wiegt der Inhalt statt vormals 300 Gramm nur noch 280 Gramm.

3. Der Qualitätstrick
Durch die Verwendung billigerer Rohstoffe sinkt die Qualität des Produkts - allerdings wird diese Ersparnis weder an den Verbraucher weitergegeben, noch ausreichend kenntlich gemacht. Er zahlt für das Produkt genauso viel wie vorher. Dieses Prozedere ist typisch für Fisch-Produkte- der Anteil an Fisch wird reduziert, teils um bis zu 35 Prozent.

4. Der Quantitätstrick
Auch veränderte Dosierungsempfehlungen sorgen für höhere Kosten, da letztlich mehr des Produkts benötigt oder verbraucht wird. So hat ein Hersteller seine Dosierempfehlung für ein Spülmittel von 2 auf 3 Milliliter pro fünf Liter Wasser erhöht - um 50 Prozent also.

5. Das Alles-neu-Prinzip
Die erste Freude über die Wiedereinführung eines vom Markt verschwundenen Artikels verpufft oft schnell. Denn meist geht die "alles neu"- oder "wieder da"-Masche mit einer reduzierten Packungsgröße und/oder einer Preiserhöhung einher. Da ist dann leider nur noch das Produkt Retro, der Preis jedoch nicht.

6 Das Schrumpf-Prinzip
Auf den ersten Blick scheint alles wie immer. Die Packung ist so groß wie gewöhnlich, auch am Preis hat sich nichts getan. Der Blick auf die Angabe der Anzahl verrät aber: Die Menge hat sich verringert. Das ist leicht machbar bei einzeln verpackten Lebensmitteln, wie beispielsweise Tee oder Kaffeekapseln. Und es fällt auch kaum auf, denn wer zählt schon die Teebeutel nach? De facto bekommen Sie also weniger fürs Geld.

7. Der Mehr-drin-Trick
In der Regel lohnt es sich, größere Packungen oder Flaschen zu kaufen. Wir sind es gewohnt, dass beispielsweise ein Liter Cola oder Wasser im Verhältnis weniger kostet als ein halber Liter des gleichen Getränks. Und genau dieses vermeintliche Wissen nutzen die Hersteller, um uns mehr Inhalt für - überproportional - mehr Geld zu verkaufen. So enthält eine Flasche Spülmittel oder Fensterreiniger beispielsweise nun 600 statt früher 500 ml Spülmittel - also 20 Prozent mehr. Der Preis dafür aber liegt oftmals um bis zu 60 Prozent höher als vorher.

8. Das Pseudo-Günstiger-Prinzip
Die Menge verringert sich, der Preis sinkt - alles im grünen Bereich, denken Sie? Falsch! Wer nachrechnet, kommt schnell zu dem Ergebnis, dass es sich um eine Milchmädchen-Rechnung handelt. Denn in der Regel sinkt der Preis nicht im gleichen Maß wie die Menge. So zahlen Sie also für 150 statt 200 Gramm Kuvertüre oder - also 25 Prozent weniger - nur etwa 13 Prozent weniger.

9. Der Händlertrick
Ein Produkt, verschiedene Größen: Die Hersteller verpacken beispielsweise Weingummi oder Lakritz in unterschiedlichen Mengen - in Packungen zu 200 und 300 Gramm - und vertreiben dieses über unterschiedliche Händler. Allerdings zahlen Sie an der Kasse für beide Größen den gleichen Preis von durchschnittlich 0,89 Euro.

10. Der Sammelpacktrick
XXL-Packungen lassen das Herz jedes Sparfuchses höher schlagen. Suggerieren sie doch: Hier kann ich kräftig Geld sparen. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich allerdings oft: Die enthaltenen Produkte, die ich gerade im 5-oder 6-er Pack gekauft habe - wie beispielsweise Schokoriegel - , wiegen weniger als das einzelne Originalprodukt. Das dämpft den Spareffekt enorm.

Daher gilt: Augen auf beim Einkauf und Basispreise ausrechnen.

(Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)

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