Obstbrei in Alu-Tüten im Test: Quetschies sind Zuckerbomben

Fruchtmus in Quetschtüten: Praktisch, aber viel zu süß!

Aufdrehen, trinken und Vitamine tanken: Fruchtmus in kleinen verschließbaren Alu-Tüten für Kinder sind praktische Vitaminlieferanten - besonders für kleine Obstmuffel. Leider sind die sogenannten "Quetschies" aber vor allen Dingen Lieferanten für jede Menge Zucker!

Vor diesen Obstbreien zum Quetschen warnt Öko-Test nach der Untersuchung von 16 Produkten. Kritikpunkt: Zwar werben viele Hersteller mit dem Hinweis 'ohne Zuckerzusatz', doch damit ist nur Kristallzucker gemeint, nicht aber der zugesetzte Fruchtzucker und die besonders süßen Fruchtsaft-Konzentrate.

Natürlich ist Obst gesund und somit auch der Obstbrei - wenn er allerdings mit Apfel- oder Traubensaftkonzentrat angereichert wird, wird er zu einer kleinen Zuckerbombe, die den in Verruf geratenen 'Fruchtzwergen' in nichts nachsteht. Dann stecken mitunter bis zu sechs Stück Würfelzucker in einer kleinen Quetschtüte - ungefähr so viel wie in einem 0,2-Glas Fanta.

Bedenkt man, dass gerade Kleinkinder gern an solchen Obstbrei-Tüten nuckeln, kann man sich denken, was das für die empfindlichen Milchzähne bedeutet. Und gerade, wenn zum süßen Fruchtpüree auch noch Vitamin C in Form von Zitronensaftkonzentrat hinzugefügt wird und man so die schädliche Verbindung Zucker und Säure erhält, wird es für die kleinen Zähnchen gefährlich. Denn beim Saugen an den 'Quetschies' entsteht der gleiche Effekt, wie beim Dauernuckeln an süßen Kindertee-Flaschen.

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Fehlende Altersempfehlungen und mangelhafte Deklaration

Viele Hersteller bewerben ihre Frucht-Quetschtüten mit dem irreführenden Slogan 'ohne Zuckerzusatz'. Außerdem fehlen auf vielen Tüten die Altersempfehlungen. So kann sich der Hersteller darauf berufen, dass seine Zielgruppe nicht die unter Dreijährigen sind - für die gelten nämlich strengere Richtlinien, auch was Pestzidrückstände angehen. Die Hersteller berufen sich dann auf die für Obst geltenden Rückstandshöchstwerte - die teils das Zigfache des Werts für Kleinkindernahrung betragen.

Auch die Verpackungen wurden geprüft: Mal abgesehen davon, dass sie unnötig die Müllberge wachsen lassen, enthalten sie alle Aluminium und/oder PVC, PVDC, bzw. chlorierte Verbindungen. Beruhigender Weise sind die Rückstände im Fruchtmus aber sehr gering.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die bei manchen Produkten zu kleinen Schraubdeckel, die von Kleinkindern verschluckt werden könnten.

Fazit: Fruchtmus in Quetschtüten mag praktisch sein, aber vielleicht sollte man sich überlegen, ob man seinen Kindern nicht doch einfach frisches Obst zum Knabbern gibt. Das macht weniger Müll, ist wesentlich preiswerter - und das Kauen trainiert sogar die Mundmuskulatur und fördert damit die Sprachentwicklung!

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