Natives Olivenöl extra im Test: 13 von 26 Ölen sind 'mangelhaft'

Stiftung Warentest
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Natives Olivenöl extra: Deklaration stimmt vielfach nicht mit Inhalt überein

Olivenöl ist mittlerweile aus den meisten Küchen nicht mehr wegzudenken. Vor allem 'natives Olivenöl extra' genießt einen guten Ruf, verspricht das entsprechende Etikett doch Öl der höchsten Güteklasse. Doch wie verlässlich sind diese Angaben? Das wollte 'Stiftung Warentest' wissen. Die Tester haben insgesamt 26 Olivenöle der deklarierten Güteklasse 'nativ extra' unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist erschreckend: Die Hälfte der getesteten Öle fällt mit der Note 'mangelhaft' durch.

Durchschnittlich verbraucht jeder Deutsche knapp ein Liter Olivenöl pro Jahr. Beliebter sind lediglich Sonnenblumen- und Rapsöl. Natives Olivenöl extra muss hinsichtlich des Geschmacks und Geruchs einwandfrei sein und ein Mindestmaß an Fruchtigkeit aufweisen. Zudem darf es nicht erhitzt werden. Für den Test wurden insgesamt 26 Produkte aus Supermärkten, Discountern und Fachgeschäften untersucht, darunter auch sechs Bio-Öle und drei Aktionsangebote. Die Preisspanne reichte dabei von 5,35 bis 40 Euro pro Liter.

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Unzureichende Deklaration, Schadstoffe und sensorische Mängel

Bewertet wurden die Öle nach folgenden Kriterien: Die sensorische Qualität wie Geschmack und Geruch wurden von einer spezialisierten Verkostergruppe bewertet und flossen zu 65 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Die chemische Qualität wurde unter anderem anhand der Fettsäurezusammensetzung, der isomeren Diglyceride und der Peroxidzahl bewertet. Sie machte insgesamt zehn Prozent der Gesamtnote aus. Ebenfalls zu zehn Prozent floss der Gehalt an Schadstoffen wie zum Beispiel Pestiziden, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Arsen und Blei in die Bewertung ein. Auch die Deklaration wie Herkunftsangabe, Lagerungshinweis und Nährwertkennzeichnung der Öle machte 10 Prozent der Gesamtnote aus. Die Bewertung der Verpackung schließlich floss zu fünf Prozent in die Gesamtbewertung ein.

Der Ergebnis ist ernüchternd: 13 der 26 getesteten Olivenöle fallen mit 'mangelhaft' durch, nur eins schneidet mit 'gut' ab. Einige schmeckten modrig oder ranzig, sodass sie gar nicht als 'natives Olivenöl extra' hätten verkauft werden dürfen. Zudem fanden die Tester in den Ölen Pestizide, Weichmacher und Lösungsmittel. Keines der Öle erfüllte die Kennzeichnungsvorgaben der Olivenölverordnung.

Die beiden letzten Plätze belegen zwei Bio-Öle: 'Agrestis Nettar Ibleo Organic & DOP Olio Extravergine die Oliva' wurde mit 'mangelhaft' (5,4) bewertet. Ausschlaggebend für die schlechte Bewertung war die hohe Belastung mit Mineralöl-Kohlenwasserstoffen (MOSH). Es war mit 40 Euro pro Liter gleichzeitig eines der beiden teuersten der getesteten Öle. Auch das Bio-Öl 'Redoro Olio extra vergine die Oliva' bekam nur ein 'mangelhaft' (5,0). Am besten abgeschnitten hat das Öl 'O-Med Picual Extra virgin', eines der beiden teuersten Öle im Test. Es wurde mit 'gut' (2,4) bewertet. Abstriche gab es lediglich für die vielen Kennzeichnungsmängel. Auf Platz zwei und drei haben es folgende Öle geschafft: 'Hacienda Iber Arbequina natives Olivenöl extra' mit 'befriedigend' (2,6) und 'Andorinha Portugal – Natives Olivenöl Extra' von Lidl, das ebenfalls mit 'befriedigend' (2,8) bewertet wurde.

(Quelle: Stiftung Warentest, 02/2016)

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