Mundraub: Ist Fallobst sammeln oder Früchte am Wegesrand pflücken erlaubt?

Vom Baum in den Mund: Ist das erlaubt?
Vom Baum in den Mund: Ist das erlaubt? Mundraub oder legal? 00:02:33
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Darf man Fallobst am Wegesrand einfach sammeln?

Wer hat das nicht schon mal gesehen: Im Sommer und im Herbst verrotten Beeren, Obst oder Nüsse unschön am Straßenrand. Und an vielen Bäumen verderben Äpfel und Pflaumen oft, weil sie nicht geerntet werden. Dabei könnte man die Früchte doch im Vorbeigehen pflücken und Fallobst, das man am Wegesrand findet, noch gut verzehren. Doch ist das erlaubt oder verboten, also quasi Mundraub? Wir klären auf, wann und wo Sie Obst von Bäumen und von der Straße sammeln dürfen.

Tatsächlich gehören selbst ungenutzte Früchte stets dem Baumeigentümer. Rein juristisch sind Bäume auch nie herrenlos, sondern sind Eigentum des Besitzers des Grundstücks, auf dem sie wachsen. Somit gehören auch Äpfel, Kirschen oder Birnen, die an solchen Bäumen hängen, dem Eigentümer. Dieses Obst darf nicht gepflückt werden. Und selbst, wenn es vom Baum fällt, gilt genau dasselbe: Man darf es auch nicht aufheben.

Etwas anders sieht es im eigenen Garten aus. Hängen etwa Zweige vom Beerenstrauch über meinen Zaun, darf ich sie trotzdem nicht pflücken. Für die Beeren, die auf meinen Gartenboden gefallen sind, wird keine Erlaubnis benötigt. Dieses Obst darf gegessen werden. Bei Straßenbäumen kann man generell davon ausgehen, dass eine Gemeinde nichts dagegen hat, wenn das Obst abgepflückt wird und nicht auf der Straße landet.

'mundraub.org' verrät, wo Sie legal pflücken dürfen

Auf der Website 'mundraub.org' kann man Standorte deutscher Obst- und Beerenvorkommen, aber auch von Nüssen und Kräutern verzeichnen und so eben auch selber ausfindig machen - schon kann man losziehen, um zu 'räubern'! Auf dieser Webseite werden auf einer Karte Bäume verzeichnet, von denen sich jeder bedienen darf. Dort können auch Grundstückseigentümer ihre Bäume ins Netz stellen und somit die Erlaubnis erteilen, das Obst zu nutzen.

Unter Nutzung verstehen die Gründer von 'mundraub.org' das Sammeln ausschließlich für den Eigenbedarf: Darunter fallen roh verzehren, einkochen, backen oder zu Saft verarbeiten - jedoch stets ohne kommerzielle Nutzung der Produkte. Die Betreiber von 'mundraub.org' wollen ein Bewusstsein für die Reichtümer an deutschen Obstbäumen schaffen und hoffen, dass so auch die biologische Vielfalt erhalten bleibt.