Milch: Welche Mythen stimmen wirklich? Wir haben es getestet!

Milch-Mythen: So wirkt Milch wirklich
Milch-Mythen: So wirkt Milch wirklich Das macht Milch mit ihrem Körper 00:09:22
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Milch trinken im Selbstversuch: Diese Mythen stimmen wirklich

Milch soll dick machen, Pickel fördern und das gesamte Verdauungssystem aus dem Gleichgewicht bringen können - angeblich. Aber Milch kann angeblich auch kleine Wunder vollbringen: Sie hilft einem dabei, nachts besser einschlafen zu können und Muskeln aufzubauen. Was stimmt nun wirklich?

Reporterin Julia Kaps machte den Selbstversuch – und zwar 2 Wochen lang. Um schnell zu sehen, was Milch bei ihr wirklich bewirkt, hat sie täglich zwei bis drei Liter Milch zu sich genommen.

Bei Julia gibt es Milch normalerweise hauptsächlich morgens beim Frühstück. Ob im Kaffee, im Obstsalat oder mit Müsli: So kommt sie auf einen halben Liter am Tag. Tatsächlich liegt sie damit genau im deutschen Durchschnitt. Dabei empfehlen Ernährungsinstitute genau die Hälfte, nämlich 250 Milliliter. Das ist gerade mal ein mittleres Glas. Für ihren Selbstversuch erhöht Julia ihren Milchproduktkonsum auf ca. 2,5 Liter täglich.

Mythos Nr. 1: Milch ist schlecht für die Haut

Bekommt Julia nach 2 Wochen Intensiv-Milchtrinken tatsächlich einen Pickel nach dem nächsten, oder kann auch etwas ganz anderes passieren? Hautarzt Dr. Christian Kors gibt nach einer Vorher-Nachher-Untersuchung Entwarnung: Julias Haut hat sich nach den zwei Wochen nicht verschlechtert, aber auch nicht verbessert. Doch hier gilt tatsächlich: Jede Haut reagiert anders.

Mythos Nr. 2: Menschen brauchen Milch?

Tatsächlich braucht unser Körper Milch nur bis Abschluss des Säuglingsalters. Und dann auch nur Muttermilch – oder eben ein Ersatzprodukt.

Unbestreitbar ist aber, dass in Milchprodukten viel Gutes steckt: Zum Bespiel Kalium, Magnesium und mehr Kalzium als in jedem andren Lebensmittel. Wichtig für Knochen und Zähne und die Funktion der Muskeln. Allerdings kann eine gesunde Ernährung mit viel pflanzlichen Lebensmitteln Milchprodukte komplett ersetzen.

Bei Julia macht sich jedenfalls spätestens am achten Tag der exzessive Milchkonsum bemerkbar: Sie hat 1,5 Kilo zugenommen und fühlt sich aufgebläht. Das kann aber auch daran liegen, dass viele der Milch-Produkte und Milchgetränke, die sie zu sich genommen hat, gezuckert waren.

Milch ist ein Nahrungsmittel – kein Getränk!

100 Milliliter Vollmilch enthalten 64 Kilokalorien, dass sind etwa 3 Butterkekse. Milch ist übrigens kein Getränk, sondern ein Nahrungsmittel. Wer also täglich ein Glas Milch trinkt, wird definitiv nicht dick. Es ist halt die Menge, die es macht.

Nach zehn Tagen Milchkonsum im Selbsttest kann Julia langsam keine Milchprodukte mehr sehen: Sie fühlt sich ständig aufgebläht und spürt, dass ihre Verdauung verrückt spielt.

Mythos Nr. 3: Milch lässt gut einschlafen.

Aber immerhin konnte sie während des Experiments wunderbar einschlafen – womit Mythos Nr. 3 bestätigt wäre. Milch sorgt nämlich durchaus für guten Schlaf. Sie ist reich an B-Vitaminen sowie Vitamin A, D und K was zum Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. Und das sorgt indirekt für die beruhigende Wirkung. Deshalb soll man vor dem Schlafen heiße Milch trinken.