Lebensmittelpreise: Diese Faktoren bestimmen den Preis von Obst, Gemüse und Co.

Lebensmittelpreise steigen stetig

Die Nahrungsmittelpreise in Deutschland legen seit Jahren stärker zu als die Verbraucherpreise insgesamt. Da wir sie regelmäßig kaufen, schmerzt diese Preissteigerung besonders. Mit plus 12,4 Prozent seit 2010 liegt der Anstieg deutlich über dem allgemeinen Anstieg der Teuerung in diesem Zeitraum (plus 6,9 Prozent), wie das Statistische Bundesamt im Januar 2016 mitteilte. Im Jahr 2015 setzte sich der Trend fort, wie die Wiesbadener Behörde bereits bekanntgegeben hatte: Nahrungsmittel waren 2015 um 0,8 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Insgesamt erhöhten sich die Verbraucherpreise nur um 0,3 Prozent. Damit war die Teuerungsrate so niedrig wie im Jahr der Wirtschaftskrise 2009.

Lebensmittelpreise: Diese Faktoren bestimmen den Preis von Obst, Gemüse und Co.
Was ist der Grund dafür, dass die Preise für Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Fleisch so stark schwanken? © dpa, Martin Schutt

Hauptgrund für den schwachen Preisauftrieb war der Absturz der Ölpreise. Die stärksten Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln gab es im vergangenen Jahr zum Vorjahr bei Gemüse (plus 5,3 Prozent) und Obst (plus 5,0 Prozent). Teurer wurden auch Schokolade (plus 11,2 Prozent) und Honig (plus 7,0 Prozent). Für Fisch (plus 2,0 Prozent) und Brot (plus 1,5 Prozent) mussten Verbraucher ebenfalls mehr bezahlen. Die Butter auf dem Brot verbilligte sich indes erheblich (minus 8,7 Prozent). Erheblich günstiger waren im Jahresdurchschnitt auch Milch, Käse, Quark und Eier (insgesamt minus 4,3 Prozent).

Doch was sind die Gründe dafür, dass die Lebensmittelpreise so verhältnismäßig stark steigen, während die Preise für die übrigen Güter nahezu konstant bleiben?

Diese Faktoren bestimmen die Lebensmittelpreise

Grund eins: Ernten sind natürlichen Schwankungen unterworfen. Starke Regenfälle oder ausbleibender Regen, zu viel oder zu wenig Sonne oder extreme Temperaturen sorgen dafür, dass es zu Ernteausfällen kommt. Folglich steigen die Preise für Obst, Gemüse und Nüsse, da letztlich einfach weniger davon zur Verfügung steht, während die Nachfrage gleich bleibt.

Grund zwei: Die Nachfrage nach Lebensmitteln steigt – und das vor allem in Ländern mit einem hohen Wirtschaftswachstum. Dazu zählen Länder wie Äthiopien, Katar, Myanmar oder Libyen, wie der ‚Internationale Währungsfonds‘ schreibt. In den sogenannten Schwellenländern nimmt mit steigendem Einkommen auch die Nachfrage nach Fleisch oder Milch beispielsweise zu.

Grund drei: Die Weltbevölkerung nimmt stetig zu, demnach auch die Nachfrage nach Lebensmitteln. Demgegenüber steht der Abbau von Anbaufläche, welche vermehrt zur Produktion von Biokraftstoff oder Viehfutter genutzt wird.

Grund vier: Auch die politische Situation spielt eine große Rolle. So gelten für manche Produkte in bestimmten Ländern Ein- oder Ausfuhrstopps. Infolgedessen kann es zu einem Überangebot in dem einen, einem Mangel des entsprechenden Lebensmittels in dem anderen Land kommen. Dies wirkt sich auf die Preisentwicklung aus.

Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehen davon aus, dass die Preise für Lebensmittel weiter steigen werden. Denn: Mit steigendem Einkommen steigt die Nachfrage, wohingegen die Anbaufläche für die Lebensmittelproduktion tendenziell zurückgeht. Langfristig könnten die Preise für Fleisch demnach um 30 Prozent, die für Getreide um 20 Prozent steigen.

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