Kürbis – die gesunde Riesenbeere

Herbstzeit ist Kürbiszeit: Das steckt in der Riesenbeere
Herbstzeit ist Kürbiszeit: Das steckt in der Riesenbeere Kürbis: Gesund und vielseitig 00:00:27
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Kürbis: Welche Sorten gibt es und welche eignen sich zum Verzehr?

Kürbis ist kein Gemüse, sondern die größte bekannte Beerenfrucht. Im Durchschnitt braucht ein Samenkorn nur unglaublich kurze 100 Tage bis es zu einem Monster-Kürbis heranreift. Ein Kürbis kann täglich bis zu 15 Kilo an Gewicht zunehmen. Megagroß wird jedoch nur die Sorte „Atlantic Giant“, eine Kreuzung verschiedener Sorten. Vermutlich wurde Kürbis bereits vor achttausend Jahren von den Ureinwohnern Perus und Mexikos als Nahrungsmittel verwendet. Heute gibt es weltweit mehr als tausend Kürbissorten. Welche Sorten eignen sich zum Verzehr, was lässt sich aus Kürbis alles zubereiten und worauf ist beim Einkauf zu achten?

Kürbis – die gesunde Riesenbeere
Herbstzeit ist Kürbiszeit! © picture alliance / Arco Images, P. Frischknecht

Generell unterscheidet man zwischen Zier- und Speisekürbissen. Zu welcher Gattung die jeweilige Sorte gehört, hängt von ihrem Cucurbitacin-Gehalt ab. Dieser giftige Stoff schmeckt stark bitter und wird auch beim Kochen nicht zerstört. Aus diesem Grund eignen sich Zierkürbisse nicht zum Verzehr. Sie sehen zwar zum Anbeißen aus, gehören dennoch nicht auf den Speiseteller. Der Giftstoff Cucurbitacin kann Magenbeschwerden, Übelkeit und Durchfall verursachen. Im Zweifelsfall hilft eine kleine Geschmacksprobe des rohen Fruchtfleisches. Schmeckt es bitter – Finger weg!

Der aus Japan stammende Hokkaido-Kürbis ist die aromatischste Sorte. Seine Schale ist so dünn, dass man sie mitessen kann. Der Gelbe Zentner ist, wie der Name verrät, ein Riese unter den Kürbissen. Sein Gewicht misst im ausgewachsenen Zustand stolze 50 Kilo. Die Butternuss hat einen süßlich-nussigen Geschmack, wenig Kerne und eine dünne Schale. Aufgrund seiner Form eignet er sich besonders gut zum Füllen. Und zu guter Letzt der Muskat-Kürbis. Er schmeckt angenehm würzig und eignet sich wegen des süßen Aromas perfekt zur Herstellung von Marmelade.

Tipps zur Verarbeitung, Lagerung und Zubereitung

Ob herzhaft, pikant oder süß – kaum eine andere Frucht lässt sich so vielseitig verarbeiten wie der Kürbis. Er lässt sich hervorragend zu Suppen, Aufläufen, Konfitüren und Gemüsebeilagen verkochen, einlegen oder als süße Speise verarbeiten. Jüngere Kürbisse besitzen eine so zarte Haut, dass man sie mitessen kann. Ältere und große Kürbisse sollte man halbieren, die Samen mit einem Löffel entfernen, mit einem Gemüseschäler schälen und anschließend in Stücke schneiden. Da manche Sorten nicht so einfach zu "knacken" sind, können folgende Tricks helfen: Lassen Sie besonders große Exemplare aus etwa einem Meter Höhe auf den Boden fallen. Er bekommt dann einen Riss und lässt sich so ganz einfach öffnen. Sie können den Kürbis aber auch für dreißig bis vierzig Minuten bei 150 Grad Celsius in den Backofen geben und anschließend abkühlen lassen. Das macht die harte Schale weich, und er lässt sich leicht schneiden und verarbeiten. Für die Art der Verwendung und Zubereitung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass die Kürbisschale straff, fest und unbeschädigt ist. Außerdem sollte ein Kürbis relativ schwer sein. Wenn er zu leicht ist, enthält er wahrscheinlich zu viele Kerne und Fasern und zu wenig Fruchtfleisch. Ein Klopftest gibt Aufschluss über den Reifegrad - ein guter Kürbis muss hohl klingen. Kürbisse haben es nicht gerne kalt, die optimale Lagerungstemperatur beträgt etwa 10 bis 15 Grad. Der Kühlschrank kommt daher eher nicht in Frage. Ein kühler und trockener Keller eignet sich viel besser als Lagerraum. Am wohlsten fühlen sich die bunten Kürbisfrüchte, wenn sie in Netzen an der Decke eines Lagerraums hängen. So bleiben sie rundherum trocken und vor Druckstellen verschont. Wenn ein kleines Stück Stiel am Kürbis dran bleibt, hält er sich noch länger. Ganze und unbeschädigte Kürbisse können so monatelang gelagert werden. Angeschnittene Kürbisse halten luftdicht verpackt im Kühlschrank bis zu zwei Tagen. Fruchtfleisch, das nicht sofort verwendet werden kann, lässt sich gut einfrieren.

Die gelb-orange Frucht besticht nicht nur durch ihr exotisches Aussehen. Kürbisse sind zudem wahre Gesundheitsbrunnen. Sie bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser, sind praktisch fettfrei und liefern nur 24 kcal pro 100 Gramm. Trotzdem haben es Kürbisse ganz schön in sich, denn die Beeren sind reich an Kalium, Magnesium, Calcium, Selen, Beta-Karotin, sekundären Pflanzenstoffen und antioxidativen zellschützenden Vitaminen C und E. Mit diesen Vitalstoffen ausgestattet stärkten sie das Immunsystem und sind gut für Augen, Haut und Schleimhäute.

Kürbiskerne sorgen nicht nur für die Vermehrung der Frucht, sie können auch vielseitig in der Küche eingesetzt werden. Man kann sie roh oder geröstet essen, sie dienen zum Bestreuen von Brot und Brötchen oder sorgen im Salat für das knackige Kauerlebnis. S sind reich an hochwertigen Fetten, Vitamin E, Selen und Zink. Kürbiskerne enthalten außerdem sogenannte Phytosterine, eine pflanzliche Form vom Cholesterin, jedoch ohne seine negativen Wirkungen. Im Gegenteil, Phytosterine können den hohen Cholesterinspiegel im Blut sogar senken.

Kürbiskerne können zu hochwertigem Öl verarbeitet werden. Das Kürbiskernöl hat eine grünliche Farbe, ist etwas nussig im Geschmack und sehr gut bekömmlich. Es eignet sich ausgezeichnet für Salate, zur Verfeinerung von Cremesuppen oder auch Süßspeisen. Das Kürbiskernöl enthält große Mengen wertvoller Fettsäuren, die der Körper selbst nicht herstellen kann. Damit diese gesunden Fettsäuren nicht zerstört werden, sollte das Öl nicht zu stark erhitzt werden.