Vollkornbrot oder Graubrot - was ist besser?
In unserem Ernährungsforum beantwortet Food-Coach Anja Corvin all Ihre Fragen rund um die Themen Ernährung, Gewicht und Lebensmittel. Sie berät kompetent und schnell und steht Ihnen als ausgebildete Dipl.-Ökotrophologin mit Rat und Tat zur Seite. In der Rubrik "Frage der Woche" stellt Sie wöchentlich eine besonders interessante, absurde, herausragende oder witzige Frage, die im Ernährungsforum gestellt wurde, vor.
Diese Woche stammt die Frage von User VALUSO:

Was ist gesünder: Vollkorn- oder Graubrot?
Vom Kaloriengehalt unterscheiden sich Vollkorn und Graubrot nicht wesentlich voneinander. Graubrot, meist Roggenbrot genannt, liefert ca. 217 kcal/100 g und Vollkornbrot etwa 193 kcal/100 g. Viel wesentlicher als der Kaloriengehalt ist jedoch der Gehalt an Mineral- und Ballaststoffen. Vollkornbrot ist reich an Ballaststoffen, die den Blutzucker langsam ansteigen lassen und somit für eine längere Sättigung sorgen. Graubrot besteht hingegen zum größten Teil aus Auszugsmehl, das sehr ballaststoffarm ist und somit den Blutzucker schneller ansteigen lässt. Als Folge sinkt der Blutzucker schon nach kurzer Zeit wieder ab, und das kann zu Heißhungerattacken führen. Außerdem ist der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen in einem Vollkornbrot um einiges höher als in einem Graubrot.
Was ist eigentlich Vollkorn?
Getreidekorn besteht aus mehreren Schichten: dem Mehlkörper, dem Keimling und den Randschichten. Der Mehlkörper besteht hauptsächlich aus Stärke. In den Randschichten und im Keimling befindet sich der Großteil an Ballaststoffen, Vitaminen, Ölen, Mineral- und Vitalstoffen. Vollkornmehl besteht aus dem ganzen Getreidekorn, wohingegen für helle Mehlsorte nur der vitamin- und ballaststoffarme Mehlkörper vermahlen wird.
Wie erkenne ich „echtes“ Vollkorn?
Um sicher zu sein, dass es sich bei einem Brot um ein echtes Vollkornbrot handelt, sollten Sie Folgendes beachten: Nur die Brotsorten, die zu mindestens 90 Prozent aus Vollkornmehl (egal ob Weizen oder Roggen) bestehen, sind echte Vollkornbrote. Wenn im Brotnamen die Bezeichnung „Vollkorn“ wie etwa Weizenvollkornbrot steckt, dann ist es auch ein echtes Vollkornbrot. Aber auch an der Zutatenliste lässt sich ein Vollkornbrot erkennen. Da die Zutaten dabei immer absteigend aufgelistet sind, muss bei einem Vollkornbrot an erster Stelle unbedingt ein Vollkornmehl oder Vollkornschrot stehen. Lediglich eine dunkle Farbe oder viele Körner auf der Kruste sind also keine Garantie für Vollkorn. Bezeichnungen wie „Mehrkornbrot“ oder „Körnerbrötchen“ sind ebenfalls kein Hinweis auf die Verwendung von Vollkornmehl. Mehrkorn bedeutet nur, dass mehrere Getreidesorten verwendet wurden. Beim Bäcker hilft nur Nachfragen, ob er echte Vollkornbrote im Sortiment führt.
Anja Corvin
Gutstetten



