Haltbarkeitsdatum: Zu viele Lebensmittel landen im Müll

Was genau bedeutet das Haltbarkeitsdatum auf Verpackungen?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist der Zeitpunkt, bis zu dem Lebensmittel unter idealen Aufbewahrungsbedingungen ihre typischen Eigenschaften wie Geruch, Geschmack und Aussehen behalten. Es ist aber kein Verbrauchsdatum. Die Lebensmittel sind auch einige Tage nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums meist noch essbar.

Als Faustformel gilt: Lebensmittel, bei denen ein bestimmter Tag als Ablaufdatum angegeben ist, sollten maximal eine Woche später gegessen werden. Produkte, die nur einen Monat oder sogar ein bestimmtes Jahr als Mindesthaltbarkeit haben, können oft noch Monate darüber hinaus auf den Tisch kommen. Bei abgelaufenen Produkten können Sie sich ansonsten auf Ihre Sinne verlassen. Wenn der Joghurt noch frisch aussieht, nicht verdorben riecht und keinen Nebengeschmack entwickelt hat, kann er noch gegessen werden.

Anders ist es bei schnell verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch. Dabei ist das Datum auf der Verpackung tatsächlich ein Verbrauchsdatum, denn im Gegensatz zum Fleisch am Stück ist bei Hackfleisch die Oberfläche viel größer. So wird ein optimaler Nährboden für Bakterien geboten, die unangenehme Magen-Darm-Probleme verursachen können. Um eine Lebensmittelvergiftung nicht zu riskieren, muss Hackfleisch innerhalb der angegebenen Zeit verbraucht werden.

Achtung: Das Haltbarkeitsdatum gilt nur für geschlossene Originalverpackungen. Nach dem Öffnen müssen die Lebensmittel gekühlt und möglichst schnell aufgebraucht werden. Durch offene Verpackungen treten Lebensmittel mit Sauerstoff, Feuchtigkeit und Licht in Kontakt. Das kann die Vermehrung von schädlichen Mikroorganismen beschleunigen und die Lebensmittel ungenießbar machen.

Abgelaufene Lebensmittel dürfen noch weiterverkauft werden. Allerdings ist in diesem Fall nicht mehr der Hersteller, sondern der Verkäufer für die Frische der Ware verantwortlich. Er muss sich vergewissern, dass das Lebensmittel noch einwandfrei ist. Meistens werden solche Lebensmittel gesondert gekennzeichnet oder günstiger verkauft – gesetzlich vorgeschrieben ist das jedoch nicht. Eine Ausnahme sind Lebensmittel, die ein Verbrauchsdatum tragen wie Hackfleisch, frisches Geflügelfleisch, Rohmilch oder rohe Bratwürste. Nach dem Ablauf des Verbrauchsdatums dürfen diese Lebensmittel nicht mehr verkauft werden.

Übrigens: Jeder Deutsche wirft in einem Jahr Lebensmittel im Wert von rund 330 Euro weg. Das bedeutet, dass pro Kopf jährlich etwa 81,6 Kilogramm Nahrungsmittel in den Müll wandern. Dabei handelt es sich oft um vermeidbare Abfälle, denn viele Produkte sind auch nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums noch genießbar.