Glutenunverträglichkeit: Symptome der Zöliakie erkennen

Sind laktose- und glutenfreie Lebensmittel gesünder?
Sind laktose- und glutenfreie Lebensmittel gesünder? Das Geschäft mit der Laktose- und Glutenunverträglichkeit 00:01:35
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Vorsicht vor Weizen, Gerste, Roggen und Hafer bei einer Glutenunverträglichkeit

Wer an Zöliakie oder Sprue, einer Glutenunverträglichkeit, leidet, muss viele Lebensmittel, die Getreide enthalten, von seinem Speiseplan streichen. Das sind die Symptome.

Glutenunverträglichkeit: Symptome der Zöliakie erkennen
Bei einer Glutenunverträglichkeit ist Getreide zu meiden. © HiDee Fuchs

Haben Sie häufig einen Blähbauch, Bauchschmerzen oder bekommen Sie sogar Durchfall und wissen nicht warum? Achten Sie darauf, ob diese Probleme nach bestimmten Mahlzeiten auftreten. Insbesondere, nachdem Sie Getreideprodukte zu sich genommen haben. Denn dann könnte es sein, dass Sie das in vielen Getreidesorten enthaltene Klebe-Eiweiß Gluten nicht vertragen. Gluten ist ein Bestandteil von Getreide. Bei Säuglingen und Kindern wird eine Glutenunverträglichkeit Zöliakie genannt, im Erwachsenenalter spricht man dagegen von Sprue.

Medizinisch betrachtet führt die Zufuhr von Gluten bei einer Unverträglichkeit zu einer Reizung des Dünndarms. Die Darmschleimhaut ist entzündet und der Körper kann nicht mehr alle Nährstoffe aufnehmen, was zu Mangelerscheinungen führen kann.

Experten schätzen, dass einer von rund 500 Deutschen von der Krankheit betroffen ist. Und diese Menschen haben beim Thema Ernährung nicht mehr die freie Auswahl. Gedankenloses Schlemmen ist nicht mehr möglich, denn die meisten getreidehaltigen Speisen und Getränke müssen vom Speiseplan gestrichen werden. Gluten kommt vor allem in Weizen, Gerste, Roggen und Hafer vor. Das bedeutet: Keine Nudeln mehr, kein leckeres Brot, aber auch kein Kuchen und kein Müsli. Was bleibt ist eine lebenslange glutenfreie Diät einhalten.

Ursachen und Symptome der Glutenunveträglichkeit

Ursache:

Eine Ursache für die Erkrankung vermuten Mediziner in der Vererbung. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Betroffenen bei jedem zehnten Verwandten ersten Grades ebenfalls die Dünndarmschleimhaut verändert ist. Aufgrund des Erbfaktors kommt die Unverträglichkeit von Gluten in der Verwandtschaft von Betroffenen häufiger vor als in der Normalbevölkerung. Details der Vererbung sind allerdings noch unklar.

Symptome:

Die Symptome reichen von Eisenmangel, Schlaflosigkeit, Untergewicht über Gelenkentzündungen und Migräne bis zum klassischen Durchfall oder Blähbauch. Die Symptome sind dabei derart vielfältig, dass das Grundproblem einer Zöliakie / Sprue oft nicht erkannt wird.

Vor allem der Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen sowie die Gefahr eines massiven Flüssigkeitsverlustes (es besteht die Gefahr der Austrocknung) sind nicht zu unterschätzen.

Bei Kindern können Gewichtsverlust, Wachstumsstillstand, Entwicklungsverzögerungen, Durchfall oder ein Blähbauch als typische Anzeichen der Erkrankung sein.

Die Krankheit erkennen:

Maßgeblich ist zunächst eine Blutuntersuchung. Ähnlich wie bei einer Allergie lassen sich bei einer Glutenunverträglichkeit im Blut vieler Betroffener spezielle Antikörper finden. Das Abwehrsystem unseres Körpers reagiert nach dem Kontakt mit Gluten mit der Bildung von Antikörpern zur Abwehr des Stoffes. Sie sorgen dafür, dass die Zotten des Dünndarms langfristig zerstört werden. Die Antikörper befinden sich im Blut und können somit bei einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Bei einer Darmspiegelung, bei der eine Gewebeprobe entnommen wird, kann Zöliakie ebenfalls diagnostiziert werden.

Haben Sie den Eindruck, dass Sie selbst betroffen sind: Probieren Sie nicht einfach irgendwelche Diäten oder Ernährungspläne aus, sondern wenden Sie sich bei dem Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit direkt an ihren Hausarzt.