Glühweine im Öko-Test: Au weia - aber mit etwas Glögg geht's!

Vier Glühweine fallen im Test durch
Vier Glühweine fallen im Test durch Ökotest nimmt Glühwein unter die Lupe 00:00:37
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Zwanzig Glühweine im Öko-Test

Es weihnachtet sehr und das auch bei Ökotest. Das Verbrauchermagazin hat zwanzig Fertig-Glühweine getestet: Neun der getesteten Produkte erhielten ein ‚Gut‘ oder ‚Sehr gut‘, vier andere schnitten sehr schlecht ab. Darunter auch ein Bio-Glühwein.

Zwanzig Glühweine im Öko-Test
Glühwein ist nicht gleich Glühwein - der Test zeigt, dass nicht alle Sorten schmecken. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Insgesamt kann Ökotest nicht einmal die Hälfte der geprüften Glühweine empfehlen. Denn viele Sorten enthalten billige, industriell hergestellte Aromen, die den Geschmack verderben und nicht viel mit der auf dem Etikett versprochenen Verwendung traditioneller Gewürze gemein haben. Mit echten Gewürzen wie Zimt, Muskat und Nelken verfeinerte anscheinend – wie anzunehmen war - kein Hersteller seine Glühweine. Doch mit zumindest hochwertigen Gewürz-Extrakten hätte man rechnen können. Lediglich im Ikea-Glühwein „Glögg Vinglögg“ fanden die Tester echte Vanille.

Beim Würzen hat der Fruchtsafthersteller Voelkel offensichtlich zu tief in die künstliche Aromakiste gegriffen: Voelkels „Spanischer Bio-Glühwein“ schmeckt untypisch stark nach Zimt. Darüber hinaus ist er auch noch zu hoch mit Kupfer belastet und hätte gar nicht verkauft werden dürfen. Im Test fällt er somit komplett durch. Ganz schlechte Noten gab es auch für den „Weihnachtsglühwein“ von Netto und den „Hüttenglut Glühwein“ von Real aufgrund schlechter Qualität hinsichtlich des Geruchs und des Geschmacks. Vor allem der Netto-Glühwein fiel unangenehm auf durch den Weinfehler ‚Schwefelböckser‘, der bei der Gärung entsteht und am Geruch nach faulen Eiern zu erkennen ist.

Ebenfalls schlechter als gedacht und nicht besser als Industrieware, schnitten vermeintlich hochwertige Winzerglühweine ab. Sie landeten teilweise sogar auf den hinteren Rängen. Entweder enthielten sie zu viele Gewürzaromen oder zu wenige und bekamen dadurch Punkteabzüge im Geschmack.

Zu den sehr guten Glühweinen gehören hingegen die konventionellen Produkte „Heil Glühwein“ der Kelterei Heil und „Rapp’s Glühwein“ aus der Rapp’s Kelterei. ‚Gut‘ weg kamen auch der Ikea „Glögg Vinglögg“ und der „Nürnberger Christkindles Markt-Glühwein“ der Gerstacker Weinkellerei. Hier stimmten Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack. Allerdings ist der „Glögg“ von Ikea eine echte Zuckerbombe: Ein Liter enthält 144 Gramm Zucker – damit toppt das Heißgetränk das beliebteste Kaltgetränk Coca Cola, das mit 106 Gramm Zucker pro Liter zu Buche schlägt.

Für Verbraucher ist es schwer zu erkennen, welches Produkt sie guten Gewissens kaufen können. Wer ganz sicher gehen will, sollte Glühwein auf einer guten Weinbasis nach Belieben selbst herstellen.

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