Gesundheitsstudie: 92 Prozent der Deutschen achten auf gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung mit Prof. Ingo Froböse
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Frauen legen Wert auf Ernährung, Männer wollen Stress vorbeugen

Die Frage, ob sie sich gesund ernähren, beantworten 92 Prozent der Deutschen mit „Ja!“. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der IKK classic zum "Persönlichen Gesundheitsmanagement". Demnach gibt der Großteil der Befragten an, bewusst auf die Ernährung zu achten. Darunter verstehen die meisten den Verzicht auf Zucker: 46 Prozent erklären, dessen Konsum bewusst einzuschränken. 44 Prozent beschreiben sich als Fans frischer Lebensmittel und Verächter von Fast Food oder Fertiggerichten. Ebenso viele machen nach eigenem Bekunden einen Bogen um Fetthaltiges.

Ob die optimistische Selbsteinschätzung und das echte Handeln immer im Einklang stehen, ist indes offen: Dass sie ihren Grundsätzen gelegentlich untreu werden, räumt immerhin eine Mehrheit der Befragten ein. Nur acht Prozent der Deutschen geben sich prinzipientreu und überzeugt, in Sachen Ernährung niemals über die Stränge zu schlagen.

Insgesamt geht Gesundheit für die Deutschen immer noch durch den Magen. Als Beitrag zur gesunden Lebensführung spielt gesunde Ernährung für 71 Prozent der Bundesbürger die bei weitem wichtigste Rolle. Mit einigem Abstand folgen viel Bewegung (49 Prozent) und der kluge Umgang mit Stress (42 Prozent). Weiter hinten auf der Prioritätenskala stehen der Verzicht auf Alkohol (29 Prozent), regelmäßige Auszeiten (27 Prozent) und die Pflege sozialer Kontakte (26 Prozent). Frauen legen mit 79 Prozent besonders viel Wert auf gesundes Essen, für Männer hat Stressreduktion hohe Bedeutung (49 Prozent).

Doch wie lässt sich bei dieser positiven Selbstwahrnehmung die Entwicklung verhaltensbedingter Erkrankungen erklären? Schon heute sind 46 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer in Deutschland übergewichtig oder adipös (BMI über 30), wie die Studie ‚Gesundheit in Deutschland aktuell‘ aus dem Jahr 2012 belegt. Die Zahl der Diabetes- oder Bluthochdruck-Patienten beziehungsweise der Menschen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, steigt kontinuierlich. Die Zunahme dieser sogenannten Zivilisationskrankheiten steht in engem Zusammenhang mit einer fett- und zuckerreichen, hochkalorischen Ernährung.

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Die Einschätzung ist subjektiv - und daher trügerisch

"Die subjektive Einschätzung entspricht nicht immer der Wirklichkeit", weiß Michael Förstermann, Pressesprecher der IKK classic. "Zwar sind die meisten Menschen überzeugt, sich gesund zu ernähren. Zugleich zeigen aktuelle Erhebungen, wie etwa der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass die Zahl der Übergewichtigen hierzulande stetig zunimmt. Deshalb ist Beratung angezeigt, um die Ernährungskompetenz zu steigern - und zwar möglichst frühzeitig, am besten schon im Kindergarten."

Das Bewusstsein, eigentlich schon alles richtig zu machen, könne notwendigen Verhaltensänderungen sogar im Wege stehen. Aufklärung bleibt nach seinen Worten deshalb wichtig, um zu einer wirklich gesundheitsgerechten Lebensführung zu gelangen. Dazu gehören das Gleichgewicht von ausgewogener Ernährung, viel Bewegung, gezielter Entspannung - und natürlich die Motivation, das Richtige auch dauerhaft umzusetzen.

Dabei ist eine gesunde Ernährung gar nicht so schwierig: Wer sich abwechslungsreich mit viel frischem Obst und Gemüse ernährt, Weißmehl- zumindest hin und wieder durch Vollkornprodukte ersetzt, viel Wasser, Saftschorlen oder ungesüßten Tee trinkt, ist auf einem guten Weg. Und auch kleine Sünden wie Schokolade oder Kuchen sind hin und wieder erlaubt, wenn Sie sich ansonsten überwiegend gesund ernähren. Generell sollte der Anteil an Fett nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Kalorienmenge ausmachen, der Anteil an Kohlenhydraten bei etwa 55 Prozent, und der Anteil an Eiweiß bei 15 Prozent der Gesamtkalorienmenge pro Tag liegen. Außerdem sollten Sie darauf achten, nicht mehr als sechs Teelöffel Zucker (25 Gramm) pro Tag zu sich zu nehmen. Achten Sie dabei auch auf versteckten Zucker. So enthalten beispielsweise auch Lebensmittel wie Tomatenketchup viel Zucker. Auch Ihren Salzkonsum sollten Sie im Auge behalten: Die WHO empfiehlt maximal fünf Gramm Salz pro Tag. Ein zu hoher Salzkonsum fördert bei empfindlichen Menschen Bluthochdruck und in der Folge Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer diese Tipps beherzigt, sich regelmäßig bewegt, aber auch Erholungsphasen gönnt, braucht sich um seine Gesundheit keine Sorgen zu machen.

Die Studie „Persönliches Gesundheitsmanagement“ wurde im Juli 2015 im Auftrag der IKK classic durchgeführt. 1.000 Erwachsene ab 18 Jahre beantworteten dafür Fragen zu den Themen gesunde Ernährung, Sport und Arztbesuche. Die Ergebnisse sind gewichtet nach dem Zensus 2011 des Statistischen Bundesamtes.

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