Fruktoseintoleranz: Verträgt Ihr Darm Fruktose?

Vorsicht vor versteckter Fructose!
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Vorsicht vor versteckter Fructose

Wer sich gesund ernähren will, aber keine Fruktose verträgt, muss genau überlegen, was im Einkaufswagen landet. Denn viele Lebensmittel machen Menschen, die an Fruktoseintoleranz leiden, krank: Erbrechen, Übelkeit und Durchfall können die Folge sein. Wie erkennt man Fruktoseintoleranz und wie sollte man sich am besten ernähren, wenn man keinen Fruchtzucker verträgt? Wir haben alle wichtigen Informationen zur Fruktoseintoleranz aus dem Buch 'Lebensmittelunverträglichkeiten' von Dr. med. Sigrid Steeb zusammengefasst.

Fruktose, auch Fruchtzucker genannt, kommt in etlichen Lebensmitteln vor, zum Beispiel: Obst, Gemüse und Honig. Außerdem wird sie in vielen industriell verarbeiteten Produkten als Süßungsmittel hinzugegeben – etwa in Tomatenketchup. Für die meisten Menschen ist Fruchtzucker unbedenklich. Bei Menschen, die an einer Fruktoseintoleranz leiden, kann der Verzehr von etwa Obst aber Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall auslösen.

Es wird zwischen zwei Arten von Fruchtzuckerunverträglichkeit unterschieden: Es gibt intestinale und die hereditäre Fruktoseintoleranz. Die hereditäre Fruktoseintoleranz ist genetisch bedingt und ist sehr selten – im Schnitt ist nur einer von 20.000 Menschen betroffen. Die intestinale Form hingegen kommt deutlich häufiger vor und beruht auf einer Malabsorption. Experten gehen davon aus, dass bis zu 35 Prozent der Deutschen an einer intestinalen Fruktoseintoleranz leiden.

Leider werden die Symptome von vielen Ärzten als „Unpässlichkeit“ oder „Befindlichkeitsstörung“ diagnostiziert und in der Konsequenz ignoriert, sodass kein Therapieversuchen eingeleitet wird. Das ist fatal, weil Fruktoseintoleranz-Betroffene oft einen niedrigen Tryptophanspiegel in ihrem Blut haben, der für die Bildung des Glückshormons Serotonin gebraucht wird. Im Endeffekt begünstigt eine Fruktoseintoleranz also auch Depressionen. Wird die Unverträglichkeit therapiert, bessern sich nicht nur die körperlichen Symptome, sondern auch die Depression verschwindet.

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Fruktoseintoleranz: So können Sie sich testen

Sie können mit einer einfachen Maßnahme prüfen, ob Sie an einer Fruchtzuckerunverträglichkeit leiden. Kaufen Sie dazu etwas Fruchtzucker (in den meisten Supermärkten erhältlich). Vor dem Test sollten Sie 12 Stunden lang – zum Beispiel von 20 bis 8 Uhr – möglichst nichts essen und nur Leitungswasser trinken. Nach dem Ablauf der Zeit geben Sie 50 Gramm des Zuckers in ein volles Glas mit Wasser und trinken es. Anhand der aufgelisteten Symptome können Sie dann erkennen, ob Sie an der Fruktoseintoleranz leiden oder nicht:

• Treten keine Symptome auf, ist es klar: Eine intestinale Fruktoseintoleranz ist unwahrscheinlich.
• Haben Sie geringe Symptome wie leichte Übelkeit oder leichte Blähungen, könnten Sie an einer intestinalen Fruktoseintoleranz leiden. In diesem Fall sollten Sie Ihre Fruktosezufuhr beschränken und auf Produkte mit industriellem Fruktosezusatz verzichten.
• Treten deutliche Symptome wie Erbrechen, starke Blähungen oder Durchfall auf, haben Sie wahrscheinlich eine Fruchtzuckerunverträglichkeit. In diesem Fall sollten Sie zu einer Fruktosearmen Ernährung übergehen.

Wie viel Fruktose Sie vertragen, hängt letztendlich davon ab, wie stark die Fruchtzuckerresorption in Ihrem Körper gestört ist. Um das herauszufinden, können Sie ein Lebensmitteltagebuch führen, in dem Sie Ihre Mahlzeiten und Beschwerden festhalten. In jedem Fall können Sie allerdings diese Tipps verwenden:
1. Essen Sie Früchte eher in kleineren Portionen und nicht auf nüchternen Magen.
2. Stellen Sie Ihren Müsli selbst zusammen.
3. Sie können fruktosehaltige Lebensmittel bekömmlich machen, indem Sie nach dem Essen Traubenzucker zu sich nehmen.
4. Überprüfen Sie verpackte Lebensmittel immer auf die Inhaltsstoffe.

Lebensmittel wie Getreide und Nüsse dürfen Sie übrigens auch mit einer intestinalen Fruktoseintoleranz essen. Obst wie Ananas, Apfelsine, Banane, Grapefruit, Honigmelone, Kaktusfeige, Kiwi, Kokos, Limette, Litchi, Mandarine, Mirabelle, Papaya, Rhabarber und Sauerkirsche ist ebenfalls unbedenklich. Zu Kartoffeln, Kräutern, Pilzen und Fleisch dürfen Sie ebenfalls greifen. Auch andere Lebensmittel wie Aspartam, Cyclamat, Ei, Gewürze, Glukosesirup, Knoblauch, Kokosmilch, Maltodextrin, Malzzucker, Milchzucker, Pflanzenöle, Saccharin und Traubenzucker sind mit einer Fruchtzuckerintoleranz gut verträglich.

Etwas weniger gut verträglich sind Müsliriegel, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, dicke Bohnen, Möhren, Porree, rote Paprika, Spargel, Süßkartoffel, Topinambur und Zwiebeln. Auch Ahornsirup, Fruchteis, Invertzucker, Likör, Maissirup, Marmelade, Nuss-Nougat-Creme, süße Weine, süßes Gebäck, Süßigkieten, Sorbit, Isomalt, Laktit, Maltit, Mannit und Xylit können Beschwerden auslösen.

Ganz verzichten sollten Sie hingegen auf Äpfel, Birnen, Süskirschen, Rosinen, Joghurt, Agavendicksaft. Apfelkraut, Birnendicksaft, Fruchtzucker in seiner reinen Form sowie Honig und Inulin.

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