Fruchtsaft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk: Welcher Saft ist am gesündesten?

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Fruchtsaft, Nektar und Fruchtsaftgetränk: Wo liegt der Unterschied?

Saft, Nektar oder Fruchtsaftgetränk: Sie haben Lust auf Saft, stehen im Supermarkt und haben keine Ahnung, wonach Sie greifen sollen? Welcher Saft hat den höchsten Fruchtgehalt? Wir erklären, wie sich die verschiedenen Getränke unterscheiden.

Echter Fruchtsaft muss zu hundert Prozent aus der Frucht stammen. Er wird entweder als Direktsaft oder als Saft aus Fruchtsaftkonzentrat angeboten. Direktsaft ist der Saft, der frisch gepresst in Flaschen abgefüllt wird. Meist wird der frische Saft, vor allem aus exotischen Früchten, allerdings zu Konzentrat verarbeitet. Dafür werden in den Herkunftsländern die Früchte zu Saft ausgepresst. Dem Saft wird anschließend das Wasser entzogen. So entsteht ein Konzentrat, das eingefroren und per Schiff nach Europa kommt. Im Verkaufsland angekommen, wird es mit der gleichen Menge Wasser aufgefüllt, die ihm entzogen wurde. Der Vorteil dieser Herstellung ist natürlich die Senkung der Transportkosten. Außerdem kann so zu jeder Jahreszeit unabhängig von der Ernte gleiche Qualität angeboten werden.

Einige Früchte enthalten entweder zu viel Fruchtsäure wie z.B. Sauerkirschen oder Johannisbeeren oder zu viel Fruchtfleisch wie z.B. Bananen. Ein hundertprozentiger Saft aus diesen Früchten wäre entweder zu sauer oder zu dickflüssig. Deswegen werden diese Säfte mit Wasser gemischt und nennen sich Fruchtnektar. Dieser besteht im Gegensatz zu echtem Saft nur zu 25 bis 50 Prozent aus der Frucht. Was weniger Frucht enthält, schmeckt auch weniger süß. Um Nektar einem echten Saft geschmacklich anzugleichen, ist es der industriellen Herstellung erlaubt, ihm bis zu 20 Prozent Zucker zuzusetzen.

Saft pur kann eine Portion Obst ersetzen

Fruchtsaftgetränke haben nur entfernt etwas mit „echten“ Säften zu tun. Sie enthalten je nach Sorte nur einen Anteil von 6 bis 30 Prozent Fruchtsaft. Außer Wasser und Zucker erlaubt das Gesetz einen Zusatz von Vitaminen und Fruchtsäuren. Damit dieses Wasser-Zucker-Gemisch mit etwas Saft nicht nur nach Zuckerwasser schmeckt, werden Fruchtsaftgetränke zusätzlich mit Aromastoffen versetzt.

Fruchtsaftgetränke enthalten viel mehr Zucker als Fruchtsäfte und Nektar und sind somit die ungesündesten von den drei Getränken.

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sind eigentlich nur Fruchtsäfte, am besten Direktsäfte, zu empfehlen. Zum Durstlöschen sollten sie 1:2 oder 1:3 mit Wasser zu Schorlen verdünnt werden – allerdings ohne Zuckerzusatz. Denn bedenken Sie: Selbst ein hundertprozentiger Saft beinhaltet immer noch zehn bis fünfzehn Prozent natürlichen fruchteigenen Zucker. Gegen fruchteigenen Zucker ist nichts einzuwenden, er enthält allerdings genauso viele Kalorien wie zugesetzter Zucker und ist durch die Verbindung mit Fruchtsäure sogar noch gefährlicher für die Zähne.

Gerade bei Kindern sollten Sie beim Verzehr von Säften den Fruchtzucker also nicht vergessen und ans Zähneputzen denken. Saft, der ausschließlich aus Früchten hergestellt ist, enthält neben dem Fruchtzucker eine Fülle an gesunden Inhaltstoffen wie Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen. Ein Glas purer Saft kann hin und wieder eine Portion Obst ersetzen.