Feigen: Nicht nur süße Verführung sondern auch vielseitig und gesund

Feigen: Nicht nur süße Verführung sondern auch vielseitig und gesund
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Vielseitig verwendbar

Aus der mediterranen Küche sind Feigen seit Jahrtausenden nicht wegzudenken. Den alten Römern waren sie ein willkommenes Dessert nach ausschweifendem Gelage. Italienische Frauen schwören bis heute auf ihre aphrodisierende Wirkung. Der Name ist Programm - so meinen Feigenfans: lateinisch Ficus, zu Deutsch: fruchtbar. Schon in der Antike gab es über dreißig verschiedene Feigensorten. Die Echte Feige ist ein mittelgroßer Baum. Er zählt zu den ältesten Nutzpflanzen. Drei bis fünf Monate nach der Bestäubung entwickelt sich der Blütenstand zu Feigenfrüchten. Die Fruchtform ist kugelig bis birnenförmig.

Nährwerte und Verarbeitung:

Neben 80 % Wasser enthalten reife Feigen ca. 1,3 % Protein, 0,5 % Fett, 13 % Kohlenhydrate, ca. 5 % Ballaststoffe und 0,7 % Mineralstoffe, besonders Kalzium, Phosphor und Eisen. Außerdem sind die reifen Früchte reich an Vitamin B1. Aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehalts wird ihnen eine günstige Wirkung auf die Darmfunktionalität zugesprochen. Vorsicht aber bei unreifen Feigen. Diese können im Gegenteil eher zu Magenstörungen führen.

Hier sind Feigen zu finden:

Standort und Verbreitung:

In wintermilden Regionen kann sie auch weitab ihrer Heimat gedeihen, so gibt es Exemplare etwa auf den dänischen Ostseeinseln und in Südengland. Nördlich der Alpen, beispielsweise in den Schweizer Gemeinden Sisikon, Weggis oder Gersau, können Feigenbäume in Gegenden mit Weinbauklima an gut geschützten Stellen, wie etwa an Hauswänden und in hellen Innenhöfen, gedeihen und fruchten. Neue Züchtungen sind auch frosthart bis unter minus 20 °C. In Deutschland gedeiht die Echte Feige vor allem im Weinbaugebiet Pfalz an der Deutschen Weinstraße, auch im Dresdner Elbtal ist sie vertreten. In diesen Breiten bildet die Feige aber nur einmal, im Herbst, reife Scheinfrüchte.

Die Heimat und die Wildform der Echten Feige sind nicht bekannt. Sie wird in Südwestasien am Kaspischen Meer und in der Nordwest-Türkei vermutet. Seit der Antike wird die Art jedoch im gesamten Mittelmeerraum kultiviert, wo sie auch vielfach verwildert ist. Genetische Untersuchungen lassen vermuten, dass die Echte Feige im gesamten Mittelmeergebiet heimisch ist.

Verwendung und Verarbeitung:

Die meisten Feigen werden getrocknet. Das geschieht an der Sonne oder in Heißluftöfen. Der Wassergehalt wird dabei auf 18 bis 33 % gesenkt, der Zuckeranteil steigt auf rund 60 %. Die im Handel erhältlichen Rollen entstehen, indem die getrockneten Feigen unter heißem Wasserdampf gepresst werden. Aus dem Saft reifer Feigen wird auch Dessertwein hergestellt. In Spanien stellt man Feigenkäse aus reifen Feigen, Hasel-, Zirbelnüssen, Mandeln, Pistazien und Gewürzen her. Geröstete Feigen werden auch zu Feigenkaffee verarbeitet.

Wie schmeckt die Feige am besten?

Frische Feigen sind eine Delikatesse. Wer die Schale mag, kann einfach reinbeißen und genießen. Wer sie nicht mag und das Fruchtfleisch bevorzugt, sollte die Feige halbieren oder vierteln und dann das rote bis tiefrote Fruchtfleisch herauslöffeln. Frische Feigen schmecken auch zusammen mit anderen Obstsorten und eignen sich hervorragend für Obstsalate. Sehr gut schmeckt auch selbstgekochte Feigenmarmelade. Aber auch herzhaft kombiniert, zum Beispiel mit Käse, rohem Schinken oder Salami, kommen Feigen in Italien traditionell als Vorspeise auf den Tisch. Die moderne italienische Küche hat die süße Frucht auch zu warmen Speisen entdeckt: Mit Frisch- oder Ziegenkäse gefüllt im Ofen gebacken oder am Braten, auf Pizza oder zu Nudelsoßen. Frische Feigen sollten möglichst schnell verbraucht werden, da sie nur wenige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden können. Falls eine Feige länger lagerfähig ist, ist sie entweder unreif oder behandelt.