Esskastanie: Diese Herbstfrucht ist ein Muss an kalten Tagen

Esskastanien, auch Maronen genannt, sind im Herbst ein Muss
Maronen, Esskastanien, Maroni - diese Herbstfrucht gehört zur kalten Jahreszeit einfach dazu. © picture-alliance/ ZB, Andreas Lander

Maronen: Harte Schale - leckerer Kern

Wenn die Temperaturen sinken und die Bäume ihre Blätter fallen lassen, dann ist es wieder Zeit für Esskastanien. Die braunen Herbstfrüchte schmecken am besten gebraten oder geröstet, denn erst durch die Hitze entfalten sie ihr volles Aroma. Die Esskastanie oder Edelkastanie (Castanea Sativa) wird im Volksmund meist als Kastanie, Marone oder Maroni bezeichnet. Sie stammt ursprünglich aus dem Schwarzmeergebiet. Ihren Namen erhielt sie bereits in der Antike: Die Griechen benannten die Stachelfrucht nach der Stadt "Kastana" an der Schwarzmeerküste. Die Römer wiederum lateinisierten die alte griechische Bezeichnung zu "Castanea". Im Mittelmeergebiet und in den Alpenländern war die Esskastanie früher ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel. Wegen des hohen Stärkeanteils wurden die Nussfrüchte vor allem in Form von Mehl zur Brotherstellung verwendet. Die Esskastanie wurde daher auch als "Brot des kleinen Mannes" oder als "Brotbaum" bezeichnet.

Die Inhaltsstoffe: Esskastanien haben es in sich

Esskastanien liefern viel Energie: 100 g geschälte Esskastanien haben 192 kcal. Damit sind sie zwar kalorienreicher als Kartoffeln mit 70 kcal, haben aber nur etwa ein Drittel so viele Kalorien wie Haselnüsse mit 656 kcal. Esskastanien sind außerdem sehr fettarm. Während Haselnüsse 61 Prozent Fett enthalten, geht die Esskastanie mit nur 1,9 Prozent Fett beinahe als Light-Produkt durch. Andere wichtige Inhaltsstoffe sind Kalium, Magnesium und Phosphor, B-Vitamine, Vitamin C und E sowie Folsäure. Da Kastanien kein Gluten enthalten, sind sie auch für Menschen geeignet, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden und sonst auf Getreideprodukte verzichten müssen.

Achtung Verwechslungsgefahr!

Die Edelkastanie und die Rosskastanie sehen sich zwar zum Verwechseln ähnlich, doch verwandt sind sie nicht miteinander. Sie gehören botanisch nicht einmal derselben Gattung an, geschweige denn derselben Familie. Die Edelkastanie gehört zu den Buchengewächsen und ist mit Bäumen wie der Rotbuche oder der Eiche verwandt. Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) hingegen gehört zu den Seifenbaumgewächsen und ist ein Zierbaum. Rosskastanien dürfen nicht gegessen werden, denn sie können Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zwischen Ross- und Edelkastanie sind die Fruchthüllen. Bei der Rosskastanie ist die Hülle kaum stachelig, bei der essbaren Edelkastanie - auf dem Bild rechts - hingegen so stachelig wie bei einem Seeigel.

Die Zubereitung von Esskastanien

Esskastanien lassen sich auf unterschiedlichste Art zubereiten. Wichtig ist, dass man vor dem Kochen oder Backen die Früchte kreuzweise einschneidet, denn dadurch lässt sich hinterher die Schale besser entfernen. Außerdem könnten die Esskastanien im Backofen sonst explodieren. In den Fußgängerzonen gibt es heiße geröstete Maroni jetzt wieder überall zu kaufen. Für eine Kastaniensuppe oder für Kastanienpüree sollten die Herbstfrüchte am besten gekocht werden. Die angeschnittenen Esskastanien dafür in siedendes Wasser geben und nach 20 Minuten abgießen. Das Rösten im Backofen empfiehlt sich bei 170 Grad für 15 bis 20 Minuten, bis die Schale platzt. Aus den Esskastanien lässt sich außerdem hervorragend Kastanienmehl und Kastanienbrot herstellen.

Wissenswertes rund um Einkauf und Lagerung

Achten Sie beim Einkauf von Esskastanien auf eine glatte, glänzende Schale. Die Kastanien sollten sich zudem schwer anfühlen und keine Wurmlöcher aufweisen, denn dann wären sie auf keinen Fall genießbar. In einem perforierten Plastikbeutel halten sie sich bis zu einem Monat. Im Tiefkühlfach können sie sogar bis zu sechs Monaten gelagert werden. Geschälte oder gekochte Kastanien sollten allerdings nur für wenige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Generell gilt: Frische Kastanien nicht all zu lang bei Raumtemperatur lagern, sondern möglichst rasch nach dem Einkauf zubereiten. Sie keimen sonst und schmecken nicht mehr.

Wissenswertes rund um Einkauf und Lagerung

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