Erfrischungsgetränke bei Öko-Test: Viel zu viel Zucker und problematische Restalkohole

ARCHIV - ILLUSTRATION - Drei Gläser gefüllt mit roter Limonade, Cola und Energy-Drink stehen am 23.08.2016 in Berlin neben Zuckerwürfeln auf einem Tisch. Zucker hat viele Namen: Glukosesirup, Fruktose, Maltose oder Saccharose zum Beispiel. Klingt ung
Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke © dpa, Monika Skolimowska, skm bsc lof

Öko-Test untersucht 20 Durstlöscher

In der Sommerzeit ist die Nachfrage nach Erfrischung naturgemäß am größten. 'ÖKO-TEST' hat sich deshalb nach fünf Jahren mal wieder 20 Erfrischungsgetränke zur Brust genommen, darunter fünf Bio-Produkte. Und wieder zeigt sich, dass das Hauptproblem Zucker heißt.

Besonders problematisch: Die Zugabe von Fructose

Die Deutschen trinken nach wie vor gerne viel Süßes - der Pro-Kopf-Verbrauch von gezuckerten oder mit künstlichen Süßstoffen gesüßten Getränken lag 2016 laut vorläufigen Zahlen der 'Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke' bei 116 Liter, 62.2 Liter entfielen dabei auf die gezuckerten Getränke. Eine Zahl, die der 'Deutschen Gesellschaft für Ernährung' (DGE) wesentlich zu hoch ist. Zuckerhaltige Getränke sollten in den Augen der Ernährungsexperten generell nur in geringen Mengen konsumiert werden.

So verwundert es kaum, dass 'Öko-Test' in Sachen Erfrischungsgetränke den Gehalt und die Zugabe von Zucker besonders problematisch findet. Insbesondere Fruchtzucker war den Testern ein Dorn im Auge. Denn was sich auf den ersten Blick nach Frucht und damit nach 'gesund' anhört, hat es nämlich in sich. Fruchtzucker kann nur von der Leber verarbeitet werden und den Großteil davon wandelt sie direkt in Fette um. Daher sollten Verbraucher Produkte, denen Fruktose beigefügt wurden, bewusst meiden, so der klare Ratschlag.

Die Zeitschrift orientierte sich bei seiner Beurteilung an der Empfehlung der WHO, die eine maximale Aufnahmemenge von 25 Gramm pro Tag anmahnt. Schließlich wirken sich bereits 30 Gramm am Tag ungünstig auf den Stoffwechsel aus. Und besonders Fruktose steht laut Experten im Verdacht, mitverantwortlich für Herzinfarkte, Diabetes Typ II und Fettleber zu sein.

Fassbrausen gewöhnen Kinder ans Biertrinken

Aber auch den Restalkohol in den sogenannten Fassbrausen sieht 'Öko-Test' kritisch. Denn die basieren auf alkoholfreiem Bier, das mit Säften gemischt wird. Für Kinder ist der Genuss der Fassbrausen problematisch, denn alkoholfreie Biere können Restalkohol enthalten und Kinder ans Biertrinken gewöhnen.

Weitere Kriterien, nach denen die Tester gewertet haben, waren neben dem Hauptproblem Zuckergehalt, beigefügter Fruktose und Restalkohole auch eine zu hohe natürliche Süße, sowie Aromen, Farbstoffe, Süßstoffe, unnötige Vitamin- und Mineralstoffzusätze und Spritzgifte.  Außerdem wurden fehlende oder Mogeleien bei der Nährstoffangabe kritisch begutachtet.

Testergebnisse: Die Tops und die Flops

Bei den Bio-Produkten schnitten in Sachen Zuckergehalt die beiden mit 'gut' bewerteten Produkte 'Bionade Schwarze Johannisbeere-Rosmarin' und Strandräuber 'Biobiermix Zitrone Frei-Bier' am besten ab, beide überschreiten die 20-Gramm-Grenze nicht und waren in den anderen Kiriterien ohne Punktabzug. Bei den konventionellen Produkten schnitten zwei Produkte mit 'gut' ab: 'Adelholzener Rote Schorle ohne Zuckerzusatz' und 'Bizzl Premium Limonade Feine Johannisbeere'.

Mit 'mangelhaft' bewerteten die Tester in dieser Kategorie 'Bitburger Fassbrause Waldmeister' wegen Aromen, zugesetzter Vitamine und den Farbstoff Brillantblau und 'Sanpellegrino Aranciata' wegen des im Getränk festgestellten Fungizids Imazalil und stark erhöhten Zuckerwerten.