Eissorten mit Walnuss und Vanille: So mogeln die Hersteller beim Eis

Drei Kugeln Vanilleeis portioniert am 21.05.2017 in Mülheim (Nordrhein-Westfalen) eine Eisverkäuferin in eine Eiswaffel. Der Preis für echte Vanille ist in nur wenigen Jahren von etwa 30 Euro auf derzeit rund 500 Euro angestiegen.  (zu dpa vom 25.05.
Vanilleeis ist eine der beliebtesten Eissorten der Deutschen. Doch nicht immer ist echte Vanille drin. © dpa, Roland Weihrauch, rwe

Verbraucher werden beim Eis oft in die Irre geführt

Heißer Sommer und kühles Eis gehören eigentlich zusammen, doch bei bestimmten Eissorten werden wir wohl häufig in die Irre geführt: In cremigem Eis mit feiner Vanille oder Walnüssen ist oft nicht immer das drin, was die Hersteller angeben. Das haben Kontrolleure in Braunschweig und Oldenburg bei Untersuchungen von Speiseeis beanstandet.

Haselnüsse statt Walnuss und künstliche Vanille statt echter Schoten

So enthielten sieben von neun Proben Walnusseis nur Spuren von Walnüssen, teilte das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) mit. Die fehlenden Walnüsse wurden demnach durch wesentlich günstigere Haselnüsse ersetzt.

Doch nicht nur bei dem Walnusseis, auch bei der Lieblingssorte vieler Deutscher beklagen die Kontrolleure Etikettenschwindel. Bei der Untersuchung von Vanilleeis fielen 39 von 46 Proben durch irreführende Kennzeichnung negativ auf. Darin wurden synthetisch hergestellte Aromastoffe und nicht ausschließlich echte Vanille nachgewiesen.

Das Orchideengewächs aus den Tropen gehört zu einem der beliebtesten Gewürze der Welt. Die steigende Nachfrage und die dadurch erhöhten Preise führen nach Angaben des Laves dazu, dass die Hersteller echtes Vanillin durch synthetische oder biotechnologische Stoffe ersetzen. Echtes Vanilleeis erkennen Sie an den dunklen Vanilleschoten-Stippen. Außerdem ist die Farbe meist blasser als beim Eis mit 'Vanille-Imitat'.

Für die Untersuchungen wurden Proben aus handwerklicher und industrieller Herstellung in Laboren kontrolliert. Die Gutachten gehen zurück an die kommunalen Behörden, die die Lebensmittelbetriebe kontrollieren.