Dim Sum und fangfrische Meeresfrüchte: Die Küche Hongkongs

Frische Meeresfrüchte stehen in der Küche Hongkongs ganz oben auf der Liste
Die Küche Hongkongs zeichnet sich durch frische Meeresfrüchte und Gemüse aus © Liv Friis-larsen, liv friis-larsen

Yum Cha - Tee trinken mit Freunden

Hongkong bedeutet so viel wie 'duftender Hafen' - und das kommt nicht von ungefähr: In der Region Sai Kung kann man den Fang des Tages noch auf den Booten begutachten. Vor den Restaurants stehen riesige Aquarien, in denen die Kunden sich ihre Produkte aussuchen können. Eine große Auswahl an frischen Muscheln, Krabben, Krebsen und Fischen steht zur Verfügung. Die Kunden bezahlen zunächst die jeweilige Auswahl und im Restaurant dann nur noch die Zubereitung.

Die Küche Hongkongs zählt zu den feinsten und besten Küchen der Welt, auf die Zubereitung der einzelnen Gerichte und das Essen selbst legt man hier sehr viel Wert. Spezielle Gerichte oder Soßen, die es so nur dort gibt, sucht man aber vergebens. Die Küchenchefs Hongkongs sind aber zurecht sehr stolz auf ihre experimentelle Küche, denn sie haben eine besondere Art der Zubereitung entwickelt: Den Hongkong-Stil. Den größten Einfluss in der ehemaligen britischen Kolonie hat aber nach wie vor die kantonesische Küche. Sie bietet die größte Auswahl an unterschiedlichen Speisen in China.

Ihre Liebe zum Essen, die große Anzahl an internationalen Touristen und die eigene Reiselust haben die Küche der "Sonderverwaltungszone Hongkong der Volksrepublik China" stark beeinflusst. Das Motto lautet: Improvisieren, experimentieren und neu erschaffen. So werden heutzutage neben traditionellen Gerichten auch viele neue und ungewöhnliche Geschmackskombinationen serviert.

Bei allen Zubereitungsarten spielt beim Kochen eine sehr große Hitze immer eine wichtige Rolle. Die meisten Gerichte werden entweder kurz in der Pfanne gebraten oder bedampft. Ein typisch kantonesisches Gericht ist 'Taupe'. Das Fleisch wird meist gebraten, fein gehackt und dann zusammen mit Salatblättern und Hoisin-Soße gegessen. Zu den teuersten Gerichten des Landes gehören Haifischflosse und Vogelnester.

Da die Wohnungen und Apartments in Hongkong meist sehr klein sind, treffen sich Freunden und Familien zum Tafeln oft nicht in den eigenen vier Wänden sondern in Restaurants. Die Restaurant-Tische sind in Hongkong grundsätzlich rund, denn es werden immer viele verschiedene Speisen bestellt, die dann untereinander geteilt werden. Bei der großen Auswahl in Hongkong hat man die Qual der Wahl: Sehr beliebt ist das sogenannte Yum Cha, was so viel bedeutet wie 'Tee trinken' und bei dem viele kleine Gerichte ausgewählt werden. Yum Cha wird als Frühstück, Lunch oder Brunch gegessen.

Dim Sum: Kleine Köstlichkeiten im Körbchen

Zum Yum Cha werden hauptsächlich Dim Sum gegessen. Dim Sum - der Begriff bedeutet wörtlich so viel wie "das Herz erwärmen" - sind diverse kleine Köstlichkeiten. Meist handelt es sich um gefüllte Teigtaschen, die entweder in Bambuskörbchen bedampft oder gebraten werden. Aber auch Frühlingsrollen, Schrimp-Bällchen und süße Desserts werden als Dim Sumserviert. Die Teigtaschen werden mit Soja-, Chili- oder einer speziellen Dim-Sum-Soße angeboten. In vielen Restaurants fahren Kellner Wagen rum, von denen man sich die einzelnen Variationen auswählen kann. Es gibt über 1000 verschiedene Variationen von Dim Sum.

In Hongkong wird nicht nur in den Restaurants sehr viel Wert auf frische Zutaten und Produkte gelegt. Auch die meisten Hausfrauen bevorzugen immer noch lebende Hühnchen und Puten vom Markt – auch wenn sie die noch selbst rupfen müssen. Da sie im Gegensatz zu den Geflügelprodukten im Supermarkt sehr teuer sind, greift man aber gelegentlich auch auf Abgepacktes zurück. Um die Frische der Produkte zu betonen, werden Gerichte nur wenig und sehr ausgewogen gewürzt. Im Gegensatz zu anderen chinesischen Zubereitungsarten werden in Hongkong weniger intensive und scharfe Gewürze verwendet. Leichte Gewürze werden meist mit etwas Soja-Soße und Ingwer verbunden. Findet man in deutschen Supermärkten nur ein oder zwei Varianten an Soja-Saucen, so füllt dieses Produkt in Hongkong ganze Regalwände.

Bis zu fünf Mahlzeiten am Tag werden in der Sonderverwaltungszone gegessen: Frühstück, Mittagessen, Nachmittagstee, Abendessen und ein später Snack am Abend. Der Nachmittagstee und der spätabendliche Snack werden nicht als volle Mahlzeit betrachtet, sie dienen lediglich dazu, den leeren Platz im Magen wieder aufzufüllen. Was würde sich da besser eignen, als ein kurzer Besuch an einem der zahlreichen Street-Food-Ständen oder einem der fahrenden Street-Food-Wagen: Denn Hongkong lässt dich niemals hungern!