Alternative zu Frischhaltefolie: Ur-Omas Wachstücher selber machen - so geht's!

selbst gemachtes Wachstuch
Aus Bienenwachs und einem Baumwolltuch lässt sich ein praktisches Wachstuch herstellen, mit dem Lebensmittel anstelle von Frischhaltefolie abgedeckt und eingepackt werden können. © Instagram, instagram.com/simplehealthyhome

Plastikmüll vermeiden: DIY-Bienenwachstuch herstellen

Die Supermärkte haben es vorgemacht: Sie bieten ihren Kunden an den Kassen keine Plastiktüten mehr an. Trotzdem wird immer noch viel zu viel Plastik produziert, benutzt und weggeworfen - oft mangels Alternativen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Frischhaltefolie. In den meisten Haushalten liegt sie griffbereit in der Schublade, um frische Produkte abzudecken oder einzupacken. Danach landet sie im Plastikmüll. Dabei ging es doch früher auch ohne! Zu Ur-Omas Zeiten gab es Wachstücher. Diese wurden aus einem Stück Baumwollstoff und Bienenwachs hergestellt. Ganz einfach, umweltschonend und kostengünstig.

Wachstücher selber machen - so geht's!

Alles, was man für diese Alternative zu Frischhalte- oder Alufolie braucht, sind Stoffreste, Bienenwachs, eine hitzebeständige Auflaufform und einen Backpinsel. Und so stellen Sie Ihr eigenes Bienenwachstuch her:

  1. Misten Sie Ihren Küchenschrank aus und schneiden Sie ein altes, dünnes Küchenhandtuch auf die gewünschte Größe zurecht. Es eignen sich aber auch andere Stoffreste wie z.B. von Bettbezügen oder Hemden. Hauptsache, sie bestehen zu hundert Prozent aus Baumwolle.
  2. Besorgen Sie sich Bienenwachs, am besten beim Bio-Imker. Dieses geben Sie in ausreichender Menge - je nach Größe und Anzahl der Stoffreste – in die Auflaufform und lassen es bei etwa 65 Grad im Backofen schmelzen.
  3. Wenn das Wachs flüssig geworden ist, legen Sie den Stoff hinein. Verstreichen Sie das Wachs zusätzlich noch mit dem Pinsel. Sind nicht alle Stellen mit Wachs bedeckt, fügen Sie noch etwas Wachs hinzu und erhitzen alles nochmal.
  4. Nehmen Sie die Schale vorsichtig aus dem Ofen und streifen Sie überschüssiges Wachs beim Herausnehmen des Stoffes mit dem Pinsel ab.
  5. Jetzt muss der Stoff nur noch trocknen: Dafür hängen Sie ihn am besten mit einer Wäscheklammer an eine Leine.

Sie können auch gleich mehrere Wachstücher in einem Arbeitsgang herstellen: Legen Sie die Stofffetzen mit ausreichend viel Wachs übereinander in die Auflaufform. Trennen Sie sie anschließend im noch warmen Zustand, denn erkaltetes Wachs lässt sich nur schwer lösen. Das Gleiche gilt auch für die Schale und andere Gegenstände, die mit dem Wachs in Berührung gekommen sind. Hartgewordenes Wachs geht schlecht ab!

Dadurch lassen sich allerdings die Wachstücher leicht pflegen und reinigen: Lauwarmes Wasser und ein weicher Lappen reichen aus, um Wachstücher zu reinigen. Wasser perlt an ihnen ab und sie sind im Nu wieder trocken. Sollten sie nach häufigem Gebrauch knittrig geworden sein, können sie durch Erwärmen im Backofen wieder aufgepeppt werden. Den gleichen Effekt hat übrigens auch das Bügeln zwischen zwei Stücken Backpapier.

Ihre selbstgemachten Wachstücher eignen sich bestens zum Frischhalten, Abdecken, Einpacken und Einfrieren jeglicher Lebensmittel!