Abgelaufene Lebensmittel: Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten - was tun?

Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten - was tun?
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Abgelaufene Lebensmittel wegschmeißen oder essen?

Kann man extrem abgelaufene Lebensmittel noch essen oder setzt man dabei seine Gesundheit aufs Spiel? Das wollte Punkt 12 herausfinden und schickte eine Auswahl der alten Lebensmittel in ein Labor. Dort wurden sie auf schädliche Bakterien und mögliche Gifte untersucht. Das Ergebnis hat sogar den Labor-Experten überrascht. Er hat wertvolle Tipps, worauf Sie beim Mindesthaltbarkeitsdatum achten sollten.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur bedingt eine Orientierungshilfe! Den Herstellern geht es nicht nur darum, ob das Lebensmittel noch ungefährlich ist, sondern ob die Qualität, also der Geschmack, die Konsistenz, die Aromen, noch erhalten ist. Abgelaufenes Haltbarkeitsdatum heißt also nicht automatisch nicht mehr essbar.

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Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum

Zurück zum Labortest: Von dem Ergebnis der Untersuchung war selbst der Experte überrascht. Denn sämtliche Lebensmittel waren noch genießbar, obwohl sie schon seit langem abgelaufen waren - wie z.B. die H-Sahne, die seit zwei Monaten abgelaufen war. Auch bei den Anchovies mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum von 2011 waren die Bakterien im normalen Bereich und es wurden auch keine Toxine gefunden. Selbst die untersuchten Hustenbonbons von 1989 hatten keine bedenklichen Keime! Und zu guter Letzt die Tütensuppe von 2006: Der Labor-Experte hätte gerade bei diesem pulverförmigen Produkt Bakterien erwartet, aber die Suppe war frei davon.

Tipp des Experten: Lebensmittel, bei denen ein bestimmter Tag als Ablaufdatum angegeben ist, sollten maximal eine Woche später gegessen werden. Produkte, die nur einen Monat oder sogar ein bestimmtes Jahr als Mindesthaltbarkeit haben, können oft noch Monate darüber hinaus auf den Tisch kommen. Außerdem gilt: Man sollte beim Öffnen der Verpackung immer kritisch sein und zunächst am Inhalt schnuppern. Wenn es etwas muffig, metallisch oder unappetitlich riecht oder schmeckt, sollte man sich lieber davon trennen.

Anders ist es bei schnell verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch. Dabei ist das Datum auf der Verpackung tatsächlich ein Verfallsdatum, denn im Gegensatz zum Fleisch am Stück ist bei Hackfleisch die Oberfläche viel größer. So wird ein optimaler Nährboden für Bakterien geboten, die unangenehme Magen-Darm-Probleme verursachen können. Um eine Lebensmittelvergiftung nicht zu riskieren, muss Hackfleisch innerhalb der angegebenen Zeit verbraucht werden.

Angesichts der Tatsache, dass weltweit jährlich 1,2 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeschmissen werden, die eigentlich noch brauchbar sind, ist ein Umdenken ratsam. Während alle 15 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, wird in den Industrieländern noch immer die Hälfte aller Lebensmittel weggeworfen. Doch um dem Wegwerfeifer entgegenzuwirken, wurden schon Alternativen erdacht - so gehen immer mehr Menschen "containern", d.h. sie suchen in den Mülltonnen der Supermärkte nach abgelaufenen Lebensmitteln oder sie organisieren sich im Internet über das sogenannte "Food-Sharing": Diese Plattform ermöglicht es, Essen weiterzugeben, dass sonst auf dem Müll wandern würde.